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De-Mail soll Kommunikation sicherer machen
Bund plant Grundlagen für verbindliche Kommunikation

Hannover, 18. September 2008 - Die Bundesregierung will ab Mitte 2009 im Rahmen von "E-Government 2.0" neben dem elektronischen Personalausweis technische und rechtliche Rahmenbedingungen für eine "sichere und verbindliche elektronische Kommunikation" einführen. Grundpfeiler sollen sogenannte Bürgerportale mit De-Mail-Diensten sein, schreibt das IT-Profimagazin iX in der Ausgabe 10/08.

Dem heutigen E-Mail-Standard mangelt es an Vertraulichkeit, Integrität sowie an der Beweisbarkeit von Sende- und Empfangsvorgängen. Für die rechtssichere digitale Kommunikation zwischen Bürgern, Behörden und Unternehmen sieht die Bundesregierung daher künftig die De-Mail-Infrastruktur vor, die auf gewohnten Internetdiensten wie E-Mail und Web basiert. Dabei stehen De-Mail-Anwendern drei Sicherheitsstufen für die Kommunikation sowie ein Datentresor zum Ablegen privater, sensibler Daten zur Verfügung.

Privatwirtschaftliche Dienstleister sollen sich zu einem Verbund zertifizierter Bürgerportale zusammenschließen, der sich entweder durch Einsparungen in Wirtschaft und Verwaltung, etwa durch Wegfall des Rechnungsversandes, oder durch ein "E-Porto" finanzieren soll. Diese Bürgerportale sollen möglichst ohne dedizierte Client-Software und ohne zusätzliche Hardware nutzbar sein. Grundlage für De-Mail wird daher die herkömmliche E-Mail sein: Auf Basis von Standardformaten und -protokollen sollen Erweiterungen entstehen, die Sicherheit und Vertraulichkeit gewährleisten. In besonders kritischen Bereichen dient die Einbindung des elektronischen Personalausweises der Authentifizierung. Nach aktueller Planung sollen die ersten Portale Mitte 2009 online gehen.

"Der Erfolg der Bürgerportale und insbesondere der De-Mail steht und fällt mit der Beteiligung der Bürger", meint iX-Redakteur Bert Ungerer. "Es wird sich zeigen, ob es möglicherweise gar zu einem schleichenden Zwang zur Nutzung von De-Mail kommt, etwa durch den Versand der Steuerbescheinigung per De-Mail. Auch wenn jede Form von Sicherheit besser als gar keine Sicherheit ist, sollten die rechtlichen Regelungen nicht allein das Maß der Dinge bilden."