"100-Dollar-Laptop" im Test
Bildungsprojekt-Rechner voller Innovationen

Hannover, 19. März 2007 - In Kürze wird die Massenproduktion
des Billigst-Rechners anlaufen, mit dem das Projekt „One
Laptop per Child“ Schulkindern in Entwicklungsländern Wissen
vermitteln möchte. Mit seinem sonnenlichtgeeigneten Dualmode-
Display und der Mesh-Vernetzung weist der „100-Dollar-Laptop“
echte Alleinstellungsmerkmale auf, schreibt das Computermagazin
c't in der aktuellen Ausgabe 07/2007.
Das von Nicholas Negroponte ins Leben gerufene Bildungsprojekt
„One Laptop per Child“ (OLPC) folgt der Überzeugung, dass
durch Wissensvermittlung und Ausbildung von Schulkindern in
Entwicklungs- und Schwellenländern die Welt ein Stück friedlicher
wird. Die Inhalte und Kommunikationsmöglichkeiten, die der
„100-Dollar-Laptop“ den Kindern eröffnet, dienen diesem Ziel.
Noch vor Jahresende soll die erste Million Geräte bei dem
taiwanischen Hersteller Quanta Computer vom Band laufen.
Der Stückpreis dürfte dann allerdings die angepeilten
100 Dollar deutlich überschreiten. Derzeit rechnet das
OLPC-Projekt mit rund 140 Dollar, um überhaupt die
Produktionskosten decken zu können.
Die Größe des XO-Laptops orientiert sich an Kinderhänden;
es ist deutlich keiner als herkömmliche Notebooks und wiegt
mit Akku etwa ein Kilogramm. Sein Aushängeschild ist ein von
Grund auf neu entwickeltes 7,5-Zoll-Display. Es zeigt unter
praller Sonne wie auch drinnen ein gut ablesbares Bild und
übertrifft in dieser Hinsicht alle handelsüblichen Notebook-
Displays.
Auch bei der drahtlosen Kopplung der Geräte haben sich die
Entwickler einen besonderen Kniff ausgedacht. Die WLAN-Chips
kommunizieren untereinander als sogenanntes Mesh (vermaschtes
Netz), in dem jeder Laptop Daten für andere weiterleitet. Das
reduziert die Infrastruktur: Im Minimalfall genügt eine
einzige WLAN-Basisstation, um alle Schüler ans Internet zu
bringen. Das Mesh dient vor allem zur Vernetzung der Kinder
untereinander, ohne dass externe Verbindungen notwendig sind.
Die nächsten Monate werden zum entscheidenden Prüfstein für
das Projekt: Der XO-Laptop samt Software muss die Serienreife
erreichen. Bevor die Massenproduktion starten kann, müssen
mindestens fünf Millionen Laptops verbindlich vorbestellt
sein. Bislang hat nur Libyen eine Absichtserklärung
unterschrieben. Argentinien, Brasilien, Mexiko und Nigeria
scheinen ebenfalls unterschreiben zu wollen, wenn die
Geräte wie geplant funktionieren. Sollte das Projekt das
derzeitige Tempo beibehalten, kann es allen Kritiken zum
Trotz zuversichtlich in die Zukunft blicken. (jr)
Bildmaterial:
Das Titelbild der aktuellen c't-Ausgabe 7/2007
steht zum Download bereit.
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