Technology Review über Hilfe gegen quälende Töne
Neurostimulator verspricht Linderung bei Tinnitus

Hannover, 24. März 2010 - Menschen mit chronischem
Tinnitus leiden an anhaltenden oder wiederkehrenden
Phantom-Tönen. Ein Neurostimulator, der präzise
berechnete Tonfolgen abspielt, verspricht nun Abhilfe
gegen das quälende Leiden. Er lässt die Töne leiser
und angenehmer werden oder sogar ganz verschwinden,
schreibt das Magazin Technology Review in seiner
April-Ausgabe.
Den Entwicklern zufolge entstehen die störenden
Geräusche bei den Patienten, weil die Nervenzellen
im Hörzentrum des Gehirns aufgrund einer Fehlsteuerung
im Gleichtakt und nicht nacheinander aktiv sind.
Diese synchrone Tätigkeit unterbricht der Stimulator,
der nur so groß wie eine Streichholzschachtel ist.
Ende Februar wurde das neue Therapiegerät für den
europäischen Markt zugelassen.
Für die Behandlung lassen Patienten beim Hals-Nasen-Ohrenarzt
die genaue Lautstärke und Frequenz ihres Tinnitus-Tons
ermitteln. Daraus berechnet der Stimulator eine
individuelle Tonfolge. Diese liegt leicht über der
Hörschwelle und ihre Frequenzen leicht ober- und
unterhalb des Störgeräusches. Diese hören sich die
Patienten anfangs vier bis sechs Stunden täglich an.
Später sollen kürzere Zeiträume ausreichen.
Erste Ergebnisse einer klinischen Studie belegen, dass
die Therapie auch nach Ausschalten des Stimulators
nachwirkt. Nach zwölf Behandlungswochen war der Tinnitus
um 40 Prozent leiser. Zudem wurde die Frequenz nach
Aussage der Patienten tiefer und leiser. Bei einigen
Patienten verschwand der quälende Ton sogar komplett.
Bildmaterial:
Das Titelbild der aktuellen Technology Review-Ausgabe 4/2010
steht zum Download bereit.
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