Technology Review über das Auto als Datensammler
Komfortelektronik bietet Schnüffelpotenzial

Hannover, 17. Dezember 2008 - Navigationsgeräte speichern
aufgerufene Fahrtziele, eingeschaltete Handys lassen
sich im PKW orten, elektronische Fahrtenschreiber
zeichnen Bewegungsprofile auf: Das Auto wird zum
Datensammler und bietet viel Schnüffelpotenzial,
so das Technologiemagazin Technology Review in der
aktuellen Ausgabe 1/09.
Fahrzeuge der neuesten PKW-Generation sind mit viel
Elektronik ausgestattet. Hersteller und Vertragswerkstätten
führen per Computer über die Fahrzeuge Buch und sammeln
so jede Menge Daten. Neben Abgaswerten, Fehlermeldungen
und Kilometerständen werden bei einigen Automodellen
auch Radumdrehungen gespeichert, die bei der Rekonstruktion
von Unfällen wichtige Informationen liefern können. Bei
anderen Modellen wird nach Aktivierung des Airbags
automatisch Hilfe gerufen, die Koordinaten des Unfallwagens
an Notdienste weitergeleitet. Der Mobilfunkalarm mit
GPS-Ortung, der eigentlich der Sicherheit dient, kommt
dem Fahrer nicht unbedingt immer gelegen.
Zum gläsernen Autofahrer aber wird der PKW-Nutzer durch
die Komfortelektronik: Insbesondere vergessliche Menschen
verraten über Navigationssysteme, eingeschaltete Handys
oder elektronische Fahrtenschreiber ihre Fahrstrecken.
Navigationsgeräte speichern zwar keine gefahrenen Routen,
wohl aber die zuletzt aufgerufenen Ziele,
Freisprecheinrichtungen merken sich die zuletzt gewählten
Nummern. Werden die Daten nicht gelöscht, können Neugierige
leicht die Wege rekonstruieren. Wer im privaten PKW
befürchtet, dass seine Fahrten zurückverfolgt werden können,
sollte vor allem sein Handy abschalten. Denn das kann der
Betreiber jederzeit orten.
Bildmaterial:
Das Titelbild der aktuellen Technology-Review-Ausgabe 1/2009
steht zum Download bereit.
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