Technology Review über Wetterkontrolle in China
Olympia: Peking will Regenwolken abschießen

Hannover, 19. Juni 2008 - Wasserschlachten auf dem
Rasen wie bei der Fußball-Europameisterschaft soll es
bei den Olympischen Spielen nicht geben: Bei dem
Sportgroßereignis, das am 8. August beginnt, will
China Regenfälle über dem Stadion durch Geschosse
mit Chemikalien verhindern. Das berichtet das
Technologie-Magazin Technology Review in seiner
aktuellen Ausgabe 7/08.
In Peking liegt die durchschnittliche Regenwahrscheinlichkeit
im August bei 50 Prozent. Niederschläge könnten den
Sportlern im nach oben hin offenen Olympia-Stadion,
in das bis 91.000 Zuschauer passen, durchaus Schwierigkeiten
machen. Um das zu verhindern, setzt die chinesische
Regierung ihr 1500 Mann starkes "Wetterveränderungsbüro"
ein: Ausgerüstet mit insgesamt 7113 Flugabwehrraketen
und 4991 Raketenwerfern, sollen die Wetterkontrolleure
nahende Wolken mit Silberjodid und Trockeneis beschießen,
damit die ihre nasse Fracht rechtzeitig vor dem Stadion
fallen lassen. Wenn das nicht reicht, greifen sie zu
anderen Chemikalien: Kühlmittel aus flüssigem Stickstoff
sollen die Anzahl der Tropfen erhöhen und ihre
durchschnittliche Größe reduzieren, damit die Wolken
stabil bleiben.
Das chinesische Wetterveränderungsbüro wurde ursprünglich
gegründet, um Regen in die trockenen Regionen im Norden zu
bringen, wo Sandstürme aus der Wüste Gobi die stete Gefahr
von Dürren und Hungersnöten bergen. Derartige Versuche gibt
es schon seit dem Jahr 1946, als US-Wissenschaftler
entdeckten, dass Silberjodid das Abregnen von Wolken
beschleunigen kann. In vielen Staaten weltweit - auch in
Deutschland - laufen noch heute Projekte zur Wetterkontrolle.
Allerdings werden sie durch strengere Umweltauflagen
erschwert, und bislang konnte noch kein wissenschaftlicher
Nachweis erbracht werden, dass die Technologie wirklich
funktioniert.
Bildmaterial:
Das Titelbild der aktuellen Technology-Review-Ausgabe 7/2008
steht zum Download bereit.
Ihre Ansprechpartnerin für Rückfragen
Sylke Wilde
Heise Medien Gruppe
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +49 [0] 511 5352-290
Telefax: +49 [0] 511 5352-563
sylke.wilde@heise-medien.de