Technology Review über Graphen in Halbleitern
Exotisches Material könnte Silizium ablösen

Hannover, 20. März 2008 - Forschern der Stanford
University ist es gelungen, enorm dünne Stränge aus
dem auf Kohlenstoff basierenden Material Graphen zu
erzeugen. Es könnte einen weitaus leistungsfähigeren
Ersatz für das Standard-Halbleitermaterial Silizium
darstellen, berichtet das Technologiemagazin Technology
Review in der aktuellen Ausgabe 04/08.
Graphen ist eng verwandt mit dem Grafit in Bleistiften,
besteht jedoch nur aus jeweils einer einzigen atomaren
Lage Kohlenstoff. Erst 2004 konnten Graphen-Plättchen
erstmals hergestellt werden. Da die Ladungsträgerbeweglichkeit
extrem hoch ist, könnten Graphen-Transistoren bis
zu tausendmal schneller sein, als es die heutige
Siliziumtechnik erlaubt. Die Wissenschaftler konnten
bei Graphen bereits exzellente elektrische Eigenschaften
in einer Transistorschaltung zeigen. Unternehmen wie
IBM, HP und Intel interessieren sich daher für das
exotische Material.
Allerdings hat Graphen einen gravierenden Nachteil:
Im Gegensatz zu Silizium überträgt es auch im ausgeschalteten
Zustand noch Elektronen. Ein Chip aus Milliarden solcher
Transistoren würde deshalb massiv Energie verschwenden.
Durch weiterentwickelte Produktionsverfahren ließe sich
diese Eigenschaft aber verbessern, sodass Graphen auch
für Prozessoren attraktiv würde. Bis zur Herstellung
von Chips mit dieser Technologie sind allerdings
noch viele Hürden zu nehmen.
Schon vorher dürfte Graphen einsetzbar sein als
extrem gut leitende, transparente Beschichtung für
Solarzellen oder als Ersatz für das teure Indiumzinnoxid,
aus dem Leiterbahnen auf den Glasträgern von Displays
gefertigt werden.
Bildmaterial:
Das Titelbild der aktuellen Technology-Review-Ausgabe 4/2008
steht zum Download bereit.
Ihr Ansprechpartner für Rückfragen
Erik von Hoerschelmann
Heise Medien Gruppe
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +49 [0] 511 5352-141
Telefax: +49 [0] 511 5352-563
erik.von.hoerschelmann@heise-medien.de