BSI-Chef Udo Helmbrecht im Interview mit Technology Review
IT-Sicherheit als staatliche Vorgabe?

Hannover, 18. Dezember 2007 – Das Bundesamt für
Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erwägt,
sich für staatliche Vorschriften für den Einsatz von
Virenschutzprogrammen und Firewalls stark zu machen.
Das sagte BSI-Präsident Udo Helmbrecht dem
Technologiemagazin Technology Review in einem Interview
für die aktuelle Ausgabe 1/2008.
Bereits heute bestimmt das BSI laut Helmbrecht für den
staatlichen Hochsicherheitsbereich, welche
IT-Sicherheitsprodukte dort zum Einsatz kommen. Für die
Privatwirtschaft kann das Amt lediglich Produkte
zertifizieren und empfehlen, dass diese auch verwendet
werden. „Wenn das im Wettbewerb und auf freiwilliger Basis
funktioniert, brauchen wir keine gesetzlichen Regelungen.
Wenn man allerdings sieht, dass man Themen wie Phishing
oder Trojaner oder Bot-Netze kurzfristig nicht in den
Griff bekommt, dann muss man sich andere Schritte überlegen“,
sagte Helmbrecht. Ebenso stelle sich die Frage, ob das BSI
eine Art Revisionsrecht bekommen sollte, „um nachzuschauen,
ob das, was gemacht werden sollte, wirklich gemacht wird“.
Zum zunehmenden Interesse des Staates an Daten der Bürger,
zu erkennen am Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung und der
Arbeit an Software für Online-Duchsuchungen, sagte Helmbrecht,
er sehe darin keinen Widerspruch zur Arbeit seiner Behörde.
Beim staatlichen Zugriff auf Daten gehe es nur um einen eng
begrenzten Aufgabenbereich der Strafverfolgung. Das BSI
dagegen stelle der gesamten Gesellschaft Möglichkeiten zur
Verfügung, sich im Internet vor Datenspionage zu schützen.
Ähnlich sei es bei der klassischen Polizeiarbeit: Bürger
könnten sich von den Beamten über Schutzmaßnahmen gegen
Einbrüche beraten lassen, beim Verdacht auf Straftaten aber
könne die gleiche Polizei mit richterlicher Genehmigung auch
Hausdurchsuchungen vornehmen.
Bildmaterial:
Das Titelbild der aktuellen Technology-Review-Ausgabe 1/2008
steht zum Download bereit.
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