Technology Review über schmackhafte Rapsabfälle
Gesundes Essen aus Müll

Hannover, 21. Februar 2007 – Fuldaer Forscher haben
aus Abfällen der Rapsölproduktion einen fettarmen
Grundstoff für Lebensmittel entwickelt: Mit der
Hilfe eines Edelschimmelpilz werden aus Rapsrückständen
Kekse, Gemüsebratlinge oder Frühlingsrollen mit
nussigem Geschmack. Das berichtet das Technologiemagazin
Technology Review in seiner aktuellen Ausgabe 3/2007.
Das Öl der Rapspflanze ist zunehmend gefragt – zum
einen als Lebensmittel und noch mehr als billigerer
Treibstoff für Dieselfahrzeuge. Durch die größeren
Produktionsmengen steigt auch die Menge des Abfalls:
Pro Jahr fallen mehrere Millionen Tonnen sogenannter
Rapspresskuchen an, die bislang nur als Tierfutter
verarbeitet wurden.
Lebensmitteltechnologen der Fachhochschule Fulda wollen
das ändern: Sie impfen die eiweißreichen Rapsrückstände
mit dem Edelschimmelpilz Rhizopus microsporus. Nach zwei
Tagen sind die Presskuchen fermentiert, das heißt der
Zucker ist in Proteine und Vitamine umgewandelt worden.
Der so behandelte Abfall enthält alle lebenswichtigen
Aminosäuren und erreicht auf der Proteinstandard-Skala
der Food and Agriculture Organization den höchstmöglichen
Wert.
Mit seiner schnittfesten, kuchenartigen Konsistenz kann
das vom Pilz durchwachsene, nussig schmeckende Endprodukt
ohne zusätzliche Fette oder Öle gebacken und gebraten
werden. Mögliche Fertigprodukte sind Kuchen, Kekse,
Frühlingsrollen, Brotschnitten, Brötchen, Marinaden
oder Bratlinge. Obwohl Forscher noch an einer ausreichenden
Belüftung für den Pilz arbeiten und eine leicht bittere
Geschmacksnote stört, ist das Interesse der
Lebensmittelindustrie nach Angaben der Forscher schon
jetzt sehr groß.
Bildmaterial:
Das Titelbild der aktuellen Technology-Review-Ausgabe 3/2007
steht zum Download bereit.
Ihre Ansprechpartnerin für Rückfragen
Sylke Wilde
Heise Medien Gruppe
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +49 [0] 511 5352-290
Telefax: +49 [0] 511 5352-563
sylke.wilde@heise-medien.de