Technology Review über den neuen Trend im Cyberspace
Social Software bringt echtes Leben ins Web

Hannover, 21. Juni 2005 - Mit Social Software bekommt
das Netz ein Gesicht. Tools wie Weblogs, Wikis oder
soziale Netzwerke bringen Menschen zusammen und machen
Schluss mit der Anonymität im Netz, schreibt das
Technologiemagazin Technology Reviewin der Ausgabe 7/2005.
Mit der zunehmenden Verbreitung von Internet-Zugängen
hat sich das Web zur Massenveranstaltung gewandelt.
Längst nutzen nicht nur Computerfreaks das Internet.
"Die neuen Web-Bewohner kommen nicht als Revolutionäre,
sondern als Siedler und bringen die Sitten aus der
realen Welt mit", schreibt Technology Review. Mit Hilfe
von Social Software veröffentlichen sie ihr Wissen,
ihre Meinungen und Kommentare. Dabei setzen sie auf
persönliche, vertrauensvolle Beziehungen statt auf
wechselnde Cyber-Identitäten.
Social Software wie cc-Mails, Gruppenkalender oder
Instant Messaging gibt es schon seit Jahren. Alle diese
Technologien haben zwar komfortablere Kommunikation
gebracht, aber weder das Netz noch die Gesellschaft
umgekrempelt. Doch jetzt hat das Netz ein tief greifender
Kulturwandel erfasst.
Großen Anteil daran haben Weblogs, kurz Blogs. Diese
kleinen Online-Journale, meist in Form von Tagebüchern,
boomen. Rund elf Millionen Weblogs hat der Weblog-Suchdienst
Technorati zurzeit erfasst, Blogstats.de hat 60 000
deutschsprachige Blogs gezählt. Ein Ende ist nicht
absehbar: Alle fünf Monate verdoppeln sich die Zahlen.
Auch soziale Netzwerke boomen. Im Business-Netzwerk LinkedIn
knüpfen User Geschäftsbeziehungen, beim Fotodienst Flickr
veröffentlichen sie Bilder, in wieder anderen Diensten
tauschen sie Bookmarks, Musikempfehlungen oder
Web-Suchergebnisse aus. Allen Diensten gemeinsam ist
eine persönliche Atmosphäre, eine neue Offenheit. Möglich
wird dies durch das Zusammenspiel von einer Vielzahl von
Verknüpfungs- und Kommentiermöglichkeiten. Auch die vielen
Wiki-ähnliche Dienste setzen auf Social Software. Nach
dem Prinzip "Viele wissen immer mehr als wenige" können User
mit ihren Kenntnissen die Einträge in der
Internet-Enzyklopädie Wikipedia vervollständigen oder
aktualisieren.
Der alte Cyberspace mit Webforen und Chatrooms, in denen
Teilnehmer unter Pseudonym schon mal das erforderliche Maß an
Umgangsformen vergessen, verliert immer mehr an Bedeutung.
"Die breite Bevölkerung eignet sich das Web an und formt es
nach ihren Vorstellungen aus ihrem realen Alltag", so Thomas
Vašek, Chefredakteur von Technology Review. Durch Feedback-,
Bewertungs- bzw. Empfehlungsmechanismen unterstützt Social
Software die neuen Bedürfnisse nach vertrauensvollen,
ehrlichen Kontakten. Man will wissen, mit wem man es zu tun
hat und gibt seine Identität preis. "Nach dem Motto ‚Wir
sind das Web' wird das neue Web ein Ort für echte Menschen
sein, in dem Identität, Vertrauen und Zusammenarbeit
herrschen", glaubt Thomas Vašek.
Bildmaterial:
Das Titelbild der aktuellen Technology Review 7/2005
steht zum Download bereit.
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