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Technology Review über neue Wirkung von Epo

Dopingmittel heilt kranke Nervenzellen

Titelbild der Technology Review-Ausgabe 
12/2004

Hannover, 25. November 2004 - Varianten des Medikaments und umstrittenen Dopingmittels Epo sollen Schlaganfallschäden und Schizophrenie heilen. Risikoreiche Nebeneffekte wie langsamer Blutfluss sowie verstopfte Gefäße könnten dabei ausgeschlossen werden, berichtet das Technologiemagazin Technology Review in seiner aktuellen Ausgabe 12/04.

Das gentechnisch hergestellte Hormon Erythropoietin (Epo) sorgt seit seiner Markteinführung Ende der achtziger Jahre immer wieder für Schlagzeilen. Es regt die Bildung roter Blutkörperchen an, was die Sauerstoffversorgung der Muskeln verbessert und damit die Leistungsfähigkeit steigert. Vor allem im Radsport wurde Epo als Dopingmittel eingesetzt. Doch abgesehen davon, dass das Spritzen von Epo für Wettkämpfer verboten ist, kann es auch gefährlich werden: Durch die vermehrte Bildung roter Blutkörperchen wird das Blut dickflüssiger. Verliert der Sportler im Training oder Wettkampf viel Wasser, können tödliche Blutgerinnsel entstehen.

Schon bald dürfte Epo, dessen ursprüngliche medizinische Indikation Blutarmut bei schwerkranken Nierenpatienten war, erneut Furore machen: als viel versprechendes Therapeutikum für bislang schwer behandelbare neurologische Leiden wie Schlaganfallschäden und Schizophrenie. Denn Forscher des Max-Planck-Instituts für Experimentelle Medizin in Göttingen haben entdeckt, dass Epo nicht nur die Bildung roter Blutkörperchen anregt, sondern auch als Schutzfaktor im Gehirn wirkt. Das Hormon, so fanden die Wissenschaftler um die Neurologin und Hirnforscherin Hannelore Ehrenreich heraus, bewahrt Nervenzellen vor einem zelleigenen Mechanismus namens Apoptose, bei dem geschädigte Hirnzellen oftmals zu Tausenden absterben.

Bislang hat die Sache allerdings einen entscheidenden Haken: Anders als bei einer kurzen, aber intensiven Epo-Therapie von Schlaganfall-Patienten müssten Menschen mit neurodegenerativer Erkrankung das Mittel vermutlich ein Leben lang nehmen. Wie die Blutdoping-Sünder im Spitzensport wären daher auch sie der Gefahr ausgesetzt, dass sich ihr Blut durch zu viele rote Blutkörperchen verdickt und plötzlich einen Infarkt auslöst.

US-Forschern um Michael Brines vom Kenneth S. Warren Institute ist es kürzlich gelungen, einen Wirkstoff namens Cepo zu entwickeln, der nur die nervenschützende Wirkung besitzt, nicht aber die Blutbildung weiter antreibt. Eine erste Bewährungsprobe hat das Mittel bereits bestanden: Wie Experimente mit Ratten und Mäusen zeigten, hat das veränderte Hormon keinerlei Wirkung mehr auf die Bildung roter Blutkörperchen. Mit Spannung warten Wissenschaftler auf die ersten Ergebnisse der klinischen Studien mit Epo, Cepo und anderen Abkömmlingen.

"Technology Review" gibt es jetzt auch zum Hören: Ausgewählte Beiträge sind im Web unter www.tr.audible.de abrufbar. Eine Kostprobe enthält die beigeheftete CD in Ausgabe 12/04.

Bildmaterial: Das Titelbild der aktuellen Technology Review-Ausgabe 12/2004 steht zum Download bereit.

Ihre Ansprechpartnerin für Rückfragen

Sylke Wilde
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Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +49 [0] 511 5352-290
Telefax: +49 [0] 511 5352-563
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