Schafe und Kühe produzieren zuviel Treibhausgase
Impfstoff für rülpsende Wiederkäuer

Hannover, 21. Juni 2004 - Wenn Wiederkäuer wie
Schafe oder Kühe aufstoßen, atmen sie Methan aus
und tragen damit zur Erwärmung der Erdatmosphäre
bei. In Australien machen die Methanausdünstungen
der millionenköpfigen Schaf- und Rinderherden 14
Prozent der gesamten Treibhausgas-Emissionen aus.
Ein neuer Impfstoff soll jetzt das Immunsystem der
Tiere mobilisieren, und den Methanausstoß eindämmen,
schreibt Technology Review in seiner aktuellen
Ausgabe 7/04.
Methangas ist ein sehr wirkungsvolles Treibhausgas,
das mit für die Erderwärmung verantwortlich ist. Ein
Schaf produziert 20 Gramm Methan pro Tag. Das macht
sieben Kilogramm pro Jahr. Ein Rind stößt hochgerechnet
sogar 114 Kilo Methangas im Jahr aus.
Das brennbare Biogas wird von methanogenen Bakterien
im Pansen, dem ersten von vier Mägen von Wiederkäuern,
der Schafe und Kühe gebildet, wenn sie Pflanzenfasern
in ihre Bestandteile zerlegen. Dabei produzieren die
Bakterien nicht nur Methan, sondern verbrauchen auch
noch mehr als ein Zehntel der aufgenommenen
Nahrungsenergie.
André-Denis Wright, Molekularbiologe vom australischen
CSIRO-Institut, hat es sich zur Aufgabe gemacht, das
Vieh gegen die Energieräuber zu immunisieren. Um acht
Prozent konnte Wright mit seinen Kollegen die
Methan-Ausdünstungen bei Schafen bereits reduzieren.
Diese Ergebnisse halten Forscher aber noch für
verbesserungsfähig. Darüber hinaus sind weitere
Experimente mit Rindern geplant.
Technology Review
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Bildmaterial:
Das Titelbild der aktuellen Technology Review-Ausgabe 7/2004
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