Technology Review: Computergestützte Musikerkennung
Fingerabdruck für Musik

Hannover, 18. Februar 2004 - MP3-Miterfinder Karlheinz
Brandenburg hat eine neue Software zur computergestützten
Musikerkennung entwickelt. Sie soll Nutzern beim Sortieren
ihrer Sammlungen helfen, Rechte-Inhaber schützen und das
World Wide Web intelligenter machen, schreibt das
Technologiemagazin Technology Review in der aktuellen
Ausgabe 03/04.
Die Menge audiovisueller Daten im World Wide Web ist
explosionsartig angestiegen. Um die Abermillionen Musikfiles
und Videos zu verwalten, sind computergestützte Verfahren
nötig, die Multimedia-Dateien identifizieren können. Mit
Audio ID hat die Gruppe des MP3-Miterfinders Karlheinz
Brandenburg jetzt am Fraunhofer-Institut für Digitale
Medientechnologie ein neuartiges Verfahren zur Musikerkennung
entwickelt, das einen wichtigen "Puzzlestein im sematischen
Computing" darstellt.
Audio ID basiert auf dem neuen Standard MPEG-7, der
verbindliche Kriterien für die Beschreibung von audiovisuellen
Inhalten festlegt. MPEG-7, der auf dem XML-Format (Extensible
Markup Language) aufbaut, gilt als bedeutender Schritt zu einem
"semantischen Web", wie es der WWW-Erfinder Tim Berners-Lee seit
Jahren propagiert. Im "semantischen Web" sollen Computer etwa
die Bedeutung von Website-Inhalten erkennen und Agentenprogramme
auf intelligente Weise Informationen austauschen können.
Die Software Audio ID analysiert Musik anhand des darin vorkommenden
Frequenzspektrums. Für die Identifizierung zählt nicht nur der
zeitliche Ablauf, sondern auch Klangfarbe, Instrumentierung, Tempo
und Dynamik eines Stückes. Damit liefert das Programm den
unverwechselbaren Fingerabdruck eines Musikstücks. Diese
automatisierte Form der Musikerkennung bietet der Unterhaltungs-
und Medienbranche viele Anwendungsmöglichkeiten: Sie reichen von
automatischer Organisation von Musikarchiven über den Schutz von
Urheberrechten bis hin zu neuartigen Suchmaschinen.
Während Musikerkennung auf Basis von MPEG-7 praktisch marktreif
ist, gibt es bei der Erkennung von Videosequenzen noch technische
Probleme. Experten zweifeln daher an der raschen Umsetzbarkeit
des Videoteils von MPEG-7.
Technology Review
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Bildmaterial:
Das Titelbild der aktuellen Technology Review-Ausgabe 3/2004
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