Technology Review über Perspektiven in der Krankenpflege
Technik für Alzheimer-Patienten

Hannover, 25. November 2003 - Die Zahl der Demenzkranken in
Deutschland wächst. Die Industrie sieht eine neue Zielgruppe,
und die Alzheimer-Gesellschaften trommeln für neue Technologien,
die bei der Pflege helfen. Doch die Technik ist umstritten.
Richtig eingesetzt, kann sie jedoch Betreuer und Pfleger sinnvoll
entlasten, schreibt das Technologiemagazin Technology Review
in seiner aktuellen Ausgabe 12/03.
Eine Million Menschen in Deutschland sind demenzkrank, 2050
werden es doppelt so viele sein. Sieben bis zehn Jahre, gerechnet
von der ersten Diagnose, leben die Betroffenen mit der Krankheit.
Und trotz aller medizinischen Fortschritte ist eine Heilung
nicht in Sicht.
Künstliche Intelligenz kann helfen, wenn der menschliche Geist
versagt. So hat die Chip- und Sensorindustrie bereits Assistenzsysteme
entwickelt, die den Kranken, den Pflegern und den Angehörigen
das Leben erleichtern sollen.
Einfache Mittel sind Lichtschranken oder Fußmatten, die
signalisieren, wenn ein Patient die Wohnung oder das Haus
verlässt. So können Alzheimer-Patienten mit "Weglauftendenz"
rechtzeitig gefunden werden, ohne dass man sie
ständig begleiten oder gar einschließen muss. Ein Chip in einer
Armbanduhr oder im Schuh löst Alarm aus, sobald Demenzkranke die
Induktionsschleife unter der Fußmatte an der Eingangstür passieren.
Kritiker nennen diesen Chip abwertend "Diebstahlsicherung wie im
Kaufhaus" und sprechen von menschenunwürdiger Totalüberwachung
der Kranken. Viele Betreuer hingegen versprechen sich von diesen
technischen Hilfsmitteln Entlastung und sehen in ihnen die Chance,
den Bewegungsspielraum der Demenzkranken zu erweitern. Dennoch
ist ihnen klar, dass Technik persönliche Betreuung nicht gänzlich
ersetzen kann. Sensoren können zwar den Dementen orten, aber nach
Hause bringen und beruhigen muss ihn ein Mensch.
Technology Review
Das neue Technologiemagazin Technology Review gibt Antworten auf
die Fragen: "Was können wir mit Technologie anfangen?" und "Wo
liegen die Chancen für die Zukunft?" Technology Review bildet
damit die Brücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.
Bildmaterial:
Das Titelbild der aktuellen Technology Review-Ausgabe 12/2003
steht zum Download bereit.
Ihre Ansprechpartnerin für Rückfragen
Sylke Wilde
Heise Medien Gruppe
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +49 [0] 511 5352-290
Telefax: +49 [0] 511 5352-563
sylke.wilde@heise-medien.de