Das Internet wählt seine Regierung
Demokratie online
Hannover, 01. Dezember 1999 - Die von der US-Regierung
etablierte nichtkommerzielle Organisation zur Domainnamenvergabe,
von manchen auch Internetregierung genannt,
schickt sich an, die ersten Wahlen im Internet zu koordinieren.
Mit der Frage, wie ein solches Politikmodell aussehen
könnte, beschäftigt sich Telepolis, Magazin der Netzkultur,
unter http://www.heise.de/tp/.
Mit der Umsetzung vieler der bisher für unmöglich gehaltenen
Grundvoraussetzungen für eine transnationale Demokratie muss
sich die Internet Corporation for assigned Names and Numbers,
kurz ICANN, beschäftigen.
Als weltweit operierende Organisation soll ICANN ab
September 2000 das DNS-System (Namensvergabe-System) im Internet
koordinieren, die Vergabe der IP-Adressen neu regeln, neue
Standards für Internetprotokolle entwickeln und das Root-Server
System im Netz organisieren. Die "technische Zentrale" des
Cyberspace wird aber durch ihren Auftrag gleichzeitig auch zum
politischen Machtzentrum. Um eine demokratische Legitimation
dieses global agierenden Kontrollorgans zu ermöglichen,
müssten möglichst viele Internetbenutzer und nicht nur wie bislang
bestimmte Gruppen wie Techniker, Firmen und Politiker an den
Wahlen der Direktoriumsmitglieder beteiligt werden.
Im "White-Paper" des US-Wirtschaftsministeriums wurde so bei
der Gründung der ICANN neben der Sicherung der Stabilität im
Internet und des Wettbewerbs besonders diese Repräsentation
aller Internetnutzer als Aufgabe hervorgehoben.
Realisiert werden soll dies bei der Wahl des sogenannten
"At-Large-Council" mit achtzehn Mitgliedern. Dabei stellen sich
jedoch viele Fragen, die noch ungeklärt sind, beispielsweise wer
überhaupt ein Bürger des Internet ist und wie gewählt werden soll.
"Wesentlich für den Erfolg der Online-Wahlen wird sein,
ob ICANN es schafft, transparent zu werden. Denn wenn für den
Wähler kein weiterer Nutzen entsteht, wird er nur wählen, wenn
er ein 'Shareholder' ist - also einer der Besitzer des Cyberspace",
prognostiziert Telepolis-Autor Christian Ahlert.
Den vollständigen Artikel zu diesem Thema finden Sie unter:
www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/5526/1.html
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