Telepolis im Gespräch mit Siegfried Weischenberg
"Glaubwürdiger Journalismus wichtiger denn je"
Hannover/München, 20. Dezember 2000 - Wenn die Grenzen
zwischen PR und Journalismus, zwischen Redaktion und
Werbeabteilung eingerissen werden, dann wäre das ein
Schuss ins Knie für den Journalismus, meint Siegfried
Weischenberg, Geschäftsführer des Deutschen
Journalistenverbandes (DJV) im Interview mit Telepolis,
Magazin der Netzkultur, unter www.telepolis.de.
Telepolis-Autorin Christiane Schulzki-Haddouti führte mit
Siegfried Weischenberg ein Gespräch über Journalismus in
einer sich verändernden Medienlandschaft. Nach seiner
Einschätzung verliert der Journalismus unter
Internetbedingungen sein klassisches Monopol der
Informationsvermittlung. "Im Netz gibt es vieles, was ohne
professionelle Selektion, ohne redaktionelles Know-how
zustande kommt." Und weiter: "Ich glaube, dass es im
Internetzeitalter wichtiger denn je ist, dass Journalismus
ganz bewusst mit dem Pfund Glaubwürdigkeit wuchert."
Eine große Gefahr sieht Weischenberg in der unsicheren
Finanzierung von journalistischen Inhalten im Netz.
Wirtschaftliche Zwänge lassen die Grenzen zwischen Journalismus
und Werbung fließender werden. Auch die Tendenz zu
marktschreierischen Nachrichtenhäppchen, die Aufmerksamkeit
und hohe Abrufraten garantieren, empfindet Weischenberg als
nicht ganz seriös. Dennoch hofft er, dass sich auch im Netz
letztlich Qualität durchsetzen wird.
Das vollständige Interview ist unter
www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/on/4425/1.html abrufbar.
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