Der menschliche Faktor in der IT-Sicherheit
Risikobewusstsein schärfen und belohnen

Hannover, 24. März 2010 - Internet-Betrüger nutzen heute
nicht mehr technische Angriffswege allein. Sie spionieren
Anwender aus oder manipulieren sie. Damit Mitarbeiter
sicherheitsbewusst mit Computer und Internet umgehen,
sollten Vorgesetzte nicht nur auf technische Aufklärung
setzen, sondern auch besondere Verhaltensweisen einüben.
Das schreibt das IT-Profimagazin iX in seiner aktuellen
April-Ausgabe.
Bewährte menschliche Verhaltensweisen zur Risikovermeidung
funktionieren nicht in der Informationstechnik. Im Gegenteil:
Oft verstärken sie sogar die Gefahren. So hilft automatische
Musterergänzung im richtigen Leben bei der Alltagsbewältigung.
Nicht aber in der virtuellen Welt. Schiebt etwa ein
Internet-Betrüger einem Surfer die URL www.deutsche-bonk.de
unter, sieht dieser mit großer Wahrscheinlichkeit das Wort
"Bank", weil das Gehirn Bekanntes wieder schnell zugänglich
machen will.
Andere seit Urzeiten eingeübte Eigenschaften des Menschen
verleiten ihn dazu, sich in unbekannten Umgebungen am Verhalten
der Mehrheit zu orientieren, generell einmal eingeschlagene
Wege beizubehalten, sympathischen Menschen zu trauen,
Autoritäten zu gehorchen, moralischen Grundsätzen zu folgen
oder bei Zeitknappheit Regeln zu missachten. Die aus
Hilfsbereitschaft gegebene Information, dass ein bestimmter
Mitarbeiter Urlaub hat, kann für einen Angreifer ein
wertvoller Hinweis sein. Er kann diesen nutzen, um einem
weiteren Kollegen das Passwort des Urlaubers zu entlocken
und sich so Zugang zu sensiblen Daten verschaffen.
Gegen dieses "Social Engineering" hilft keine IT-gestützte
Technik, sondern nur Vorsicht und sicherheitsbewusstes
Verhalten der potenziellen Zielpersonen. "Wichtig ist dabei,
bei dem Anwender das Gefühl zu erzeugen, für Aspekte des
Datenschutzes und der Informationssicherheit verantwortlich
zu sein", erklärt iX-Redakteurin Ute Roos. "Darüber hinaus
sollte der Mitarbeiter für den richtigen Umgang mit Computer
und Netz positive Rückkopplung erhalten. Auch wenn das
Risiko, das er vermindern soll, für ihn abstrakt bleibt.
Denn moderne Malware schädigt ja meist nicht ihn direkt,
sondern arbeitet heimlich im Hintergrund."
Bildmaterial:
Das Titelbild der aktuellen iX-Ausgabe 4/2010
steht zum Download bereit.
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