IT-Profimagazin iX über unerwünschte VOIP-Anrufe
Spam über Internet-Telefonie

Hannover, 22. Januar 2009 - Auch Sprachübertragungsdienste
im Netz können zum Ziel systematischer Angriffe werden.
Anders als E-Mail-Spam lässt sich verdächtige
Echtzeitkommunikation per VoIP aber erst während der
Verbindungsaufnahme ausfiltern. Dennoch können viele
Erfahrungen mit der Bekämpfung von E-Mail-Spam in
Maßnahmen gegen VoIP-Missbrauch einfließen, schreibt
das IT-Profimagazin iX in der aktuellen Ausgabe 2/09.
Was bisher die Mail-Inboxen verstopfte und die
Antispam-Tools forderte, lässt möglicherweise zukünftig
die Telefone klingeln. Szenarien, in denen eine
künstliche Stimme um drei Uhr morgens die Vorteile
eines beinahe echt aussehenden Rolex-Imitats anpreist,
sind bereits heute denkbar. Doch Anwender und
Administratoren sind dem sogenannten SPIT (Spam over
IP Telephony) nicht schutzlos ausgeliefert.
Abwehrmöglichkeiten bieten die bereits aus dem Kampf
gegen E-Mail-Spam bekannten Listen erwünschter oder
unerwünschter Absender. Ein Anrufer, der sich bereits
in der Kontaktliste befindet, gilt als vertrauenswürdig.
Falls der Anrufer sich nicht auf dieser Liste befindet,
liegt es an der Konfiguration des Proxy oder des Endgerätes,
ob der Anrufer etwa mit der Sprachbox verbunden wird oder
das Telefon lautlos "klingelt". Blacklisting bewirkt
das Gegenteil: Anrufer, die sich auf dieser Liste befinden,
können automatisch abgelehnt werden. Einen Mittelweg bietet
Greylisting. Bei diesem Verfahren scheitert der erste
Anrufversuch an einem Besetztzeichen, das angerufene
System speichert aber die User-ID. Beim zweiten Versuch
klappt der Anruf und die User-ID kommt optional auf die
Whitelist. Eine zentrale Verwaltung beim Provider kann
hier dem jeweiligen Benutzer einiges an Administrationsarbeit
abnehmen.
Neben der Reputation des Anrufers eignet sich der
eigentliche Inhalt des Anrufs für - allerdings deutlich
aufwendigere - Analysen. Turing-Tests etwa versuchen,
automatisiert anrufende Tonbandsysteme zu erkennen und
zu blockieren: Der Proxy stellt dem Anrufer eine Aufgabe,
um festzustellen ob sich am anderen Ende ein Mensch oder
eine Maschine befindet.
"Wie beim E-Mail-Spam dürfte eine Kombination aus
mehreren Filtermethoden das wirksamste Mittel gegen
oIP-Spam bieten" erklärt iX-Redakteur Bert Ungerer.
Administratoren rät er, sich schon jetzt mit dem Problem
auseinanderzusetzen. "Tritt VOIP-Spam erst einmal gehäuft
auf, wird es frustrierend für die Kunden. Darüber hinaus
leidet dann die Akzeptanz und die weitere Verbreitung der
Internet-Telefonie."
Bildmaterial:
Das Titelbild der aktuellen iX-Ausgabe 2/2009
steht zum Download bereit.
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