Erschreckende Sicherheitsdefizite bei Internet-Anwendungen
Trügerische Verschlüsselung

Hannover, 18. Dezember 2008 - Viele eingesetzte
Verschlüsselungsverfahren weisen sowohl im Web als
auch bei E-Mails erschreckende Sicherheitsdefizite
auf. Dies zeigen Messungen des Instituts für
Internet-Sicherheit. Wer richtig verschlüsseln will,
der sollte die einzelnen Verfahren genau vergleichen
und sowohl Client- als auch Server-Software immer auf
dem aktuellen Stand halten. Das rät das IT-Profimagazin
iX in seiner aktuellen Ausgabe 1/09.
Eine verschlüsselte Übertragung sensibler Daten gilt
mittlerweile als obligatorisch - insbesondere beim
Online-Banking. Doch verschlüsselte Verbindungen sind
keineswegs immer sicher. Nur wenigen Anwendern ist
bewusst, wie sehr sich die verwendeten
Verschlüsselungsverfahren hinsichtlich ihrer
kryptografischen Leistungsfähigkeit voneinander
unterscheiden.
"Zwar sind alle Kryptosysteme mit genügend Rechenkraft
knackbar, aber der Aufwand für Angreifer hängt stark
von zwei beeinflussbaren Variablen ab. Zunächst von
der Schlüssellänge, die den theoretischen Aufwand für
das Ausprobieren aller möglichen Kombinationen festlegt.
Hinzu kommen jedoch Schwachstellen, die ein
Krypto-Algorithmus aufweisen kann. Sie verringern den
theoretischen Aufwand bisweilen stark und bilden eine
reale Bedrohung", erläutert iX-Redakteur Bert Ungerer.
Es komme sogar vor, dass eine SSL-Verbindung - am
https in der Browser-Adresszeile erkennbar - vollkommen
unverschlüsselt sei.
Wer auf der sicheren Seite sein will, sollte
Client-Programme und Serverdienste ausschließlich für
sichere Verfahren einrichten und unsichere Verfahren
wie RC4/MD5 deaktivieren. Außerdem sollten alle
Softwarekomponenten auf zeitgemäße Versionen aktualisiert
werden. "Hier sind angesichts der Trägheit der Anwender
vor allem die Softwarehersteller in der Pflicht. Sie
müssen Upgrades mit sicheren Verschlüsselungen auch
für ältere, noch im Umlauf befindliche Komponenten
bereitstellen", sagt iX-Sicherheitsexperte Bert Ungerer.
Bildmaterial:
Das Titelbild der aktuellen iX-Ausgabe 1/2009
steht zum Download bereit.
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