Zu hohe Erwartungen an Übersetzungssoftware
Computer kann nur Rohübersetzungen liefern

Hannover, 15. Oktober 2008 - Übersetzungsprogramme haben
in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte
gemacht. Dennoch liefern selbst professionelle
Systeme nur Rohübersetzungen. Unternehmen sollten
daher ihre Erwartungen zurückschrauben und kostenlose
Online-Übersetzungsdienste nur zurückhaltend einsetzen,
schreibt das IT-Profimagazin iX in seiner
aktuellen Ausgabe 11/08.
Nach der jüngsten Übernahme eines Unternehmens müssen
Mitarbeiter mit ihren neuen Kollegen aus Indien oder
Ungarn kommunizieren und die Webdesigner die Site des
Konzerns mehrsprachig anlegen: Multilinguale
Informationsfluten lassen den Bedarf an
Übersetzungssoftware in Unternehmen steigen.
"Doch wer ein maschinelles Übersetzungsprogramm in seinem
Unternehmen einsetzen möchte, sollte nicht denken, dass es
'out of the box' spontan zufriedenstellende Ergebnisse
liefert - eine Erwartungshaltung, die bei vielen
potenziellen Kunden existiert. Eine funktionierende
Anwendung entsteht nur durch Integration in die
Unternehmensanwendungen", erläutert iX-Redakteur
Ralph Hülsenbusch. Seine Empfehlung: Unternehmen sollten
den Zugang zu Online-Übersetzungsdiensten kappen und
die Anfragen der Mitarbeiter auf eine im Intranet
installierte Version umleiten. Das kann zudem die
Übersetzungsqualität erhöhen, sofern das Unternehmen
eigene Termini und Standardformulierungen zentral hinterlegt.
Um die Qualität der angebotenen Übersetzungssoftware
zu verbessern und deren Akzeptanz weiter zu erhöhen,
wollen Hersteller und Forscher zukünftig die konkurrierenden
Übersetzungsverfahren wie das regelbasierte Verfahren
mit der statistischen Übersetzungsmethode kombinieren.
"Erreichbar wird dies nicht allein durch eine Verbesserung
der Übersetzungstechnik, sondern auch durch praktische
Maßnahmen, etwa durch eine Erweiterung der Glossare
oder des Benutzer-Feedbacks", sagt iX-Experte Ralph Hülsenbusch.
Bildmaterial:
Das Titelbild der aktuellen iX-Ausgabe 11/2008
steht zum Download bereit.
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