Soziale Netzwerke: Spaßfaktor contra Sicherheit
Web 2.0 ermöglicht automatisierten Missbrauch

Hannover, 21. August 2008 - Soziale Netze erzeugen
werbefinanzierte Nestwärme für Gleichgesinnte. Der
Preis dafür: Die Mitglieder rücken persönliche Daten
im großen Stil heraus. Diese Sorglosigkeit, gepaart
mit technischen Schwächen, bietet eine willkommene
Spielwiese für Übeltäter aller Art schreibt das
IT-Profimagazin iX in seiner aktuellen Ausgabe 9/08.
Nutzer geben in sozialen Netzwerken häufig so
zahlreiche Informationen über sich und ihre Vorlieben
preis, dass potenzielle Angreifer sie leicht überlisten
und ihnen beispielsweise Phishing-Nachrichten erfolgreich
unterjubeln können. Da solche Plattformen alle Daten
strukturiert vorhalten, können Webcrawler Daten
automatisiert einsammeln. Viele User nutzen mehrere
Web-2.0-Anwendungen parallel, so dass sich ohne
Probleme Profilkorrelationen zwischen den Identitäten
verschiedener Netzwerke herstellen lassen. Mit dem
Wissen über Freunde, Beziehungen oder Vorlieben können
Angreifer dann einen nahezu authentischen Text erstellen
und beispielsweise ein mit einem Trojaner infiziertes
Bild anhängen. Oder aber sie versehen die Profilseiten
ihrer Opfer mit virenverseuchten Elementen.
Um Missbrauch vorzubeugen, sollte man zuallererst darauf
achten, private sowie geschäftliche Daten wirklich privat
zu halten und nicht öffentlich verfügbar zu machen, rät
das IT-Profimagazin iX. "Zugegebenermaßen erfordert dies
je nach Situation ein großes Maß an Disziplin", erläutert
iX-Redakteurin Ute Roos. "Dennoch: Wie verlockend ein
Kontakt-, Dienste- oder anderweitiges Angebot im Internet
auch klingen mag, man sollte nicht versäumen, Angebot wie
Anbieter gründlich zu durchleuchten und misstrauisch zu
sein." Mit der Preisgabe von Informationen auf Profilseiten
und Diskussionsforen sollten Internetnutzer vorsichtig und
sparsam umgehen, und auch beim Knüpfen von Kontakten ein
gesundes Maß an Vorsicht walten lassen. "Selbst wenn man
alles richtig macht, kann ein Angriff niemals ganz
ausgeschlossen werden. Aber man wird ihn zumindest schneller
als solchen erkennen - vielleicht bevor es zu spät ist",
ergänzt die iX-Sicherheitsexpertin. Nicht zuletzt birgt die
Veröffentlichung von Daten ein großes ökonomisches Potenzial,
das beim Nutzer in Form von unerwünschter Werbung wieder
ankommt.
"Auch wenn persönliche Datensparsamkeit den Spaßfaktor im
Netz unter Umständen etwas ausbremsen kann: Manchmal ist es
besser, nicht alle Trends mitzumachen", so Ute Roos.
Bildmaterial:
Das Titelbild der aktuellen iX-Ausgabe 9/2008
steht zum Download bereit.
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