Wenn Google sensible Daten offenlegt
Webseiten prüfen mit Goolag

Hannover, 16. Mai 2008 - Ob Schwachstellen, verwundbare
Webanwendungen oder versehentlich ins Netz gestellte
persönliche Daten: Mit dem Programm Goolag können
Systemverantwortliche Sicherheitslücken aufspüren,
schreibt das IT-Profimagazin iX in der aktuellen
Ausgabe 6/08.
Für das gezielte Aufspüren sensibler Informationen und
bekannter Applikations- oder Konfigurationsschwachstellen
hat sich sowohl in der Hacker-Szene als auch in der
IT-Sicherheitsindustrie das sogenannte "Google-Hacking"
etabliert. Die Kunst besteht darin, passende Suchanfragen
zu formulieren, um die relevanten Seiten aufzuspüren.
Mit der Windows-Anwendung Goolag, die man kostenlos auf
der Webseite www.goolag.org herunterladen kann, können
Systemverantwortliche das Google-Hacking auf ihren eigenen
Webseiten automatisiert durchführen und sehen, welche
Informationen oder Einfallstore ein Angreifer vorfinden
würde. Das .net-Programm durchforstet knapp 1500
vorkonfigurierte Google-Suchanfragen, die in 14 Kategorien
wie "Files Containing Passwords" oder "Sensitive Directories"
unterteilt sind. Die Bedienung des Werkzeugs ist intuitiv.
Binnen weniger Minuten kann der Anwender den Funktionsumfang
erfassen und verstehen. Wie bei allen Schwachstellen-Scans
ist es auch bei Goolag unerlässlich, alle Treffer manuell
zu validieren, um die Fehlmeldungen zu beseitigen. Das ist
zwar lästig, aber nicht so sicherheitskritisch wie False
Negatives, also nicht identifizierte Schwachstellen, die
man andernfalls vielleicht übersehen würde. Leider können
die Scan-Ergebnisse in keiner Weise exportiert, ausgedruckt
oder zu einem Report aufbereitet werden. Hier besteht noch
reichlich Optimierungspotenzial für Weiterentwicklungen oder
neue Anwendungen.
Beim Experimentieren mit Goolag ist allerdings Vorsicht
geboten, vor allem wenn man es von der eigenen Firma aus
startet. Dann könnte Google Wurmaktivitäten vermuten und
schon nach wenigen Sekunden die lokale IP-Adresse sperren,
was je nach Netzwerk-Topologie schnell zu Verstimmungen bei
Kollegen, Managern und Systemadministratoren führen kann.
"Mit Goolag hat nun jeder die Möglichkeit, eigene Netzwerke
zumindest auf die gröbsten Sicherheitsrisiken durch
Google-Hacking zu untersuchen und sich gleichzeitig in die
Materie einzuarbeiten", urteilt iX-Redakteurin Ute Roos.
"Womit Goolag genau das tut, was es soll: aufklären,
sensibilisieren und eine erste Übersicht schaffen."
Bildmaterial:
Das Titelbild der aktuellen iX-Ausgabe 06/2008
steht zum Download bereit.
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