IT-Profimagazin iX über unsichere Web-2.0-Sites
MySpace vernachlässigt Kundenschutz

Hannover, 8. März 2007 – Community-Plattformen tragen
in puncto Sicherheit eine große Verantwortung gegenüber
ihren meist jugendlichen Mitgliedern. Das Beispiel
MySpace zeigt, dass sie dieser jedoch nicht immer gerecht
werden. Mit wenigen, dazu noch versteckt positionierten
Sicherheitstipps bietet MySpace nur eine spärliche
Aufklärung, bemängelt das IT-Profimagazin iX in seiner
aktuellen Ausgabe 4/07.
MySpace.com ist die populärste Community-Plattform und
zugleich das erfolgreichste Webangebot für private Profile.
Nach Schätzungen sind über 150 Millionen Profile registriert
und es kommen jeden Tag circa 230.000 hinzu. Der enorme
Erfolg lockt aber auch Kriminelle auf die Plattform. Sie
nutzen die Ahnungslosigkeit der meist jungen Teilnehmer
und die unzureichende Sorgfalt des Betreibers schamlos
aus.
Nach einem besonders krassen Phishing-Fall – Anfang des
Jahres wurden auf einer öffentlich zugänglichen Mailingliste
über 50.000 Adressen und Passwörter von MySpace-Nutzern im
Internet verbreitet – führte der iX-Autor Christoph Puppe
unter den Betroffenen eine Umfrage durch. Über 900 Benutzer
antworteten. Fast ein Drittel der Antwortenden gab an, dass
sie erst durch die iX-Befragung Kenntnis von der
Veröffentlichung ihrer Nutzerdaten im Internet erlangt
haben. Die meisten hatten von Freunden davon gehört, dass
ihre Accounts missbraucht wurden. Auch veränderte Profile
mit Werbung für teilweise nicht jugendfreie Inhalte fielen
den Betroffenen und ihren Freunden auf. Doch kaum jemand
der Befragten gab an, von MySpace selbst informiert worden
zu sein, 801 verneinten das. Für iX-Autor Christoph Puppe
ein skandalöses Ergebnis.
Angesichts des exponentiellen Wachstums hatte MySpace mit
technischen Herausforderungen zu kämpfen. „Doch darf das
nicht zu Lasten der Sicherheit gehen“, meint iX-Redakteurin
Ute Roos. Immerhin erhalten Nutzer durch den so genannten
Tom-Account, einem standardmäßig bei Neumitgliedern durch
MySpace angelegter erster Freund namens Tom, den Hinweis,
dass man sein Passwort wechseln soll, wenn man Rundschreiben
(Bulletins) sieht, die man nicht selbst verschickt hat.
Allerdings steht das nicht in der ersten Mail von Tom, die
jeder neue Benutzer erhält. Überdies sind die wenigen
Sicherheitstipps, die die FAQ enthalten, kaum zu finden.
„Angesichts der jetzt schon großen und weiterhin steigenden
Anzahl von Benutzern solcher Plattformen ist es höchste Zeit,
ein paar Gedanken mehr auf Warnhinweise und Sicherheitsmaßnahmen
zu verwenden. Auch wenn letztlich die Sicherheit der Profile
immer auch vom Verhalten der Nutzer abhängig ist“, sagt
iX-Redakteurin Ute Roos.
Bildmaterial:
Das Titelbild der aktuellen iX-Ausgabe 4/2007
steht zum Download bereit.
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