IT-Profimagazin iX über Internetsicherheit
Websicherheitswerkzeuge auf dem Prüfstand

Hannover, 15. September 2006 - Um Schwachstellen
in Webanwendungen aufzuspüren, sollte man sich nicht
allein auf so genannte Sicherheitswerkzeuge verlassen.
Diese Test-Tools stellen für den Benutzer zwar eine
große Hilfe dar, sind aber noch nicht so ausgereift,
dass sie das manuelle Überprüfen komplett ersetzen
können, schreibt das IT-Profimagazin iX in der aktuellen
Ausgabe 10/2006.
Prüfwerkzeuge für Webanwendungssicherheit sind nützlich:
Sie nehmen dem Benutzer mühsame Arbeit ab, indem sie die
Webseite vollständig erkunden und alle "interessanten"
Objekte wie Formulare, Passwortfelder, HTML-Kommentare
und verdächtige Dateien auflisten. Außerdem testen die
Werkzeuge verschiedene Eingabepunkte wie Parameter,
Request-Header-Felder, Cookies mit standardisierten
Angriffen - zumindest in der Theorie. Denn im iX-Praxistest
zeigten alle Werkzeuge in dem ein oder anderen Punkt noch
Schwächen, die in der Regel eine Kontrolle durch den
menschlichen Experten unabdingbar machen.
Die kommerziellen Produkte bieten ohne Zweifel mehr als
die freien. Neben der Kernfunktion des Findens von
Schwachstellen bieten sie noch Erläuterungen der
Hintergründe zu den verschiedenen Typen von Angriffspunkten.
Darüber hinaus helfen sie bei der Auswahl einer Prüf-Policy
und bei der Erzeugung eines Prüfberichts. Innerhalb der
Gruppe der kommerziellen Werkzeuge bietet im Hinblick auf
Funktionsvielfalt und Benutzbarkeit WebInspect spürbar
mehr als AppScan. Die einzig ernst zu nehmenden Kandidaten
für ein integriertes Prüfwerkzeug unter den freien
Werkzeugen sind WebScarab und Burp.
Als Hauptfaktor bei der Entscheidung zwischen freien und
kommerziellen Werkzeugen gilt die Einsatzhäufigkeit: Für
hauptberufliche Websicherheitsprüfer lohnen sich die
Investitionen in eines der kommerziellen Werkzeuge eher
als für allgemeine Sicherheitsexperten oder Qualitätssicherer,
die nur gelegentlich die Sicherheit einer Webanwendung prüfen.
"Zum heutigen Zeitpunkt haben die kommerziellen Angebote mit
ihrer Automatisierung noch ein Alleinstellungsmerkmal. Sobald
die freien Werkzeuge ihre oft schon vorhandenen Funktionen
besser integriert und automatisiert haben, dürfte sich die
Frage nach dem Kosten-Nutzen-Verhältnis allerdings erneut
stellen", urteilt iX-Redakteurin Ute Roos. (ur)
Bildmaterial:
Das Titelbild der aktuellen iX-Ausgabe 10/2006
steht zum Download bereit.
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