Telefongespräche im Internet mit Sicherheitslücken
Internet-Telefonie ist besonders leicht abzuhören

Hannover, 10. April 2002 - Telefonieren übers Internet
ist kostengünstig und wird durch bessere Technik immer
einfacher zu bedienen. Doch für vertrauliche Gespräche
ist Internet-Telefonie ohne Schutzmechanismen nicht zu
empfehlen. Denn Telefongespräche übers Netz lassen sich
besonders leicht abhören, warnt das Fachmagazin iX in
der aktuellen Ausgabe 5/02.
Will die Polizei in Deutschland Telefongespräche abhören,
braucht sie dafür eine richterliche Genehmigung. Legt
irgendjemand mit einigen Computerkenntnissen Wert darauf,
Internet-Telefonie-Gespräche abzufangen, geht das recht
einfach. "Simple Bordmittel wie beispielsweise der Sniffer
Aldebaran und ein Media Player reichen aus", erklärt
iX-Redakteur Christian Kirsch. Das Schnüffelprogramm
erlaubt es, die Datenpakete abzufangen, um dann jeweils
eine Kopie davon an einen beliebigen Rechner zu senden,
wo man sie über den Player abhören kann.
Wer sich vor unliebsamen Mithörern schützen will, kann
auf verschiedene herstellerspezifische Verfahren wie etwa
Microsofts NetMeeting und Speak Freely zurückgreifen.
"Doch solche Lösungen arbeiten nicht befriedigend in
beliebigen Kombinationen miteinander zusammen," so iX-Redakteur
Christian Kirsch. Stattdessen verweist der Experte auf die
Möglichkeit, die übertragenen Datenpakete zu verschlüsseln,
etwa mit dem Standard IPSEC. Allerdings sei der administrative
Aufwand dafür noch relativ hoch. "Da liegt es an den
Herstellern, die Schutzmaßnahmen weiter zu verbessern,
und dann müssen die Anwender sie natürlich auch nutzen,
wenn sie nicht belauscht werden wollen," so Christian Kirsch.
Bildmaterial:
Das Titelbild der aktuellen iX-Ausgabe 5/2002
steht zum Download bereit.
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