Digitale Grafikkarten auf dem c't-Prüfstand
Flachbildschirm digital: besser und billiger
Hannover, 19. November 1999-- Die Mehrzahl der schönen
neuen flachen LCD-Monitore wird mit vorsintflutlicher
Technik betrieben, nämlich wie herkömmliche Röhrenmonitore.
Das kostet unnötig Geld und verschlechtert die Bildqualität.
Doch die bessere, digitale Ansteuerung dieser Bildschirme
erfordert spezielle Grafikkarten, und da war die
Auswahl bisher rar. Diese Durststrecke ist zu Ende:
Sechs solcher digitalen Grafikkarten untersucht das
Computermagazin c't in seiner aktuellen Ausgabe 24/1999.
Der "natürliche Anschluss" eines LC-Displays an den Computer
besteht eigentlich in einer Direktleitung zwischen Bildspeicher
der Grafikkarte und Monitor. Doch die bisher gebräuchlichen
Röhrenmonitore haben für den Betrieb von LCDs
ein anderes Konzept vorgegeben: Die Grafikkarten wandeln
die digitalen Bilddaten in analoge Signale für Röhrenmonitore,
und im LCD-Gerät macht spezielle Elektronik diese Wandlung
wieder rückgängig.
Dieser Umweg kostet unnötig Geld, denn der
Digital/Analogwandler (RAMDAC) auf der Grafikkarte kann beim
Anschluss von LCDs genauso entfallen wie der
Analog/Digitalwandler im LCD-Monitor. Die doppelte Wandlung
verringert aber nicht nur die Bildqualität, sondern verkompliziert
die Bildsynchronisation, sodass ergonomisch bedenkliche
Flimmerstörungen auftreten können.
Kurzum: Digitalbetrieb ist bei LCDs in jedem Fall besser.
Bisher aber waren Grafikkarten mit Digitalausgang, vor allem
moderne Karten zur Beschleunigung von 3D-Action-Spielen,
Mangelware. Das ist jetzt vorbei. Auch herrscht immer noch
etwas Wirrwarr bei den digitalen Anschlüssen, wo derzeit drei
Standards koexistieren, doch Adapter lösen mittlerweile die
gängigen Konflikte.
Einer der drei Standards, das Digital Visual Interface,
wird als die zukunftsträchtigste Schnittstelle zwischen PC und Monitor
angesehen. Auch Röhrenmonitore sollen in den nächsten Jahren
mit dem DV-Interface ausgestattet werden, die Signalwandlung
findet dann im Monitor selbst und nicht mehr wie bisher im Rechner statt.
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Ulrike Kuhlmann (c't-Redaktion)
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