Zwei Wege zum digitalen Bild
Dia-Scanner sinnvoller als Digitalkamera
Hannover, 26. Oktober 1999 - Digitalkameras bieten derzeit
noch die Auflösung einer billigen Pocket-Kamera, das
jedoch zum Preis einer Profi-Spiegelreflex. Ein
Dia-Scanner könnte daher die sinnvollere Investition sein,
schreibt das Computermagazin c't in seiner aktuellen
Ausgabe 22/99.
Für Fotografen gibt es zwei Wege zum digitalen Bild:
Digitalkamera oder Spiegelreflex in Kombination mit einem Diascanner.
Bei der Geschwindigkeit liegen die Digitalkameras klar vorne.
Sie bieten den Vorteil unmittelbarer Verfügbarkeit der Bilder.
Doch digitale Fotografie kommt gegen die etablierte
Fotochemie so schnell nicht an. Analogkameras warten mit
weit überlegener Bildqualität, ausgefeilter Kameratechnik und
einem ungleich größeren Zubehörprogramm auf.
Die Auflösung eines gängigen 100-ISO-Kleinbildfilms von
12 Millionen Pixeln erreichen erst Profi-Digitalkameras der
60 000-DM-Klasse. Für ordentliche Vergrößerungen bis zum
10x15-Format reicht zwar eine Auflösung von 1,5 Millionen
Pixeln schon aus; spätestens aber ab A5 zeigen Bilder aus
Digitalkameras Schwächen.
Alle analog angefertigten Bilder lassen sich im Nachhinein
noch digital verarbeiten. Ein Gespann aus Analogkamera und
Scanner eröffnet einen größeren Spielraum für Profession und
Kreativität und muss dabei nicht teurer sein als eine gute
Digitalkamera. Hohe Bildqualität ist zudem nicht nur eine Frage
der Auflösung. Von einem erfahrenen Operator gescannte Bilder
sind sichtbar kontrastreicher, rauschärmer und in der
Farbwiedergabe stimmiger als Digitalaufnahmen vermeintlich
gleicher Auflösung.
Stark JPEG-komprimierte Fotos einer Digitalkamera mögen
auf den ersten Blick noch erstaunlich gut aussehen; in der
Bildverarbeitung aber bereiten sie unter Umständen große
Mühen. Wegen fortschreitender Technik und wachsender Nutzung
rein digitaler Bilder im Online- und Multimedia-Bereich
schrumpft der Vorsprung der analogen Fotografie allerdings
zusehends.
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Carsten Meyer - c't-Redaktion
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