Gefahr durch ungebetene Gäste im Windows-PC
Angreifer können PCs durch Hintertüren fernsteuern
Hannover, 13. August 1999 - Sogenannte Hintertür- oder
Backdoor-Programme gewähren einem Angreifer nahezu
unbeschränkten Zugang zum Windows-Rechner des Opfers,
berichtet das Computermagazin c't in seiner aktuellen
Ausgabe 17/99. Zusätzlich ebnen sie den Weg ins lokale
Netz oder Intranet - mit allen Rechten des Benutzers.
Selbst Verschlüsselung und Sicherheitssoftware stellen keine
nennenswerten Hindernisse dar, denn Hintertüren liefern einem
Datenspion alle Tastatureingaben frei Haus. Protokollfunktionen
können diese auch aufzeichnen, wenn man gerade nicht
online ist. Mit geheimen Schlüsseln von der Festplatte erhält
der Angreifer alle Möglichkeiten, die auch der rechtmäßige
Benutzer besitzt - bis hin zum Online-Banking. Zusätzlich
bieten Hacker-Tools eine Menge harmloser Funktionen um den
Anwender zu ärgern; Maustasten vertauschen oder Windows
abstürzen lassen sind nur einige Beispiele.
Ein Multimedia-Rechner mit Kamera und Mikrofon kann für
einen Eindringling eine vollständige Überwachungsstation mit
Ton und Bild darstellen. Eigens eingerichtete Webseiten zeigen
bereits Bilder von Back-Orifice-Opfern. Als derzeit gefährlichste
Hintertür für den Windows-PC gilt jedoch das Programm
SubSeven. Sein Risikopotenzial ist laut Aussage von Experten
deutlich höher als das von Back Orifice.
Üblicherweise kommen Hintertüren mit nützlichen oder spaßigen
Programmen oder selbstentpackenden Archiven ins Haus.
Beim Start installiert der Anwender unwissentlich auch die
Spionage-Software. Die Standardeinstellungen eines Virenscanners
schützen nur mäßig. Nicht alle Hintertüren werden
damit zuverlässig erkannt. Eine manuelle Suche ist allerdings
nahezu unmöglich. "Die beste Antwort auf PC-Parasiten bleibt
ein gesundes Misstrauen", erklärt c't-Redakteur Norbert Luckhardt.
"Ausführbare Dateien aus E-Mail-Anhängen sollte man
auf keinen Fall starten, wenn eine Übertragung nicht ausdrücklich
mit dem Absender verabredet war. Das gilt auch für persönliche
Bekannte, denn viele Viren verschicken automatisch im Namen
des Computerbesitzers verseuchte Post."
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Norbert Luckhardt (c't-Redaktion)
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