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An- und Verkauf von Webadressen über Domainbörsen

Tausende von Mark für knackige deutsche Domains

Hannover, 12. August 1999 - Seit Firmen den Wert eines Namensschildes im Internet entdeckt haben, explodieren die Preise für Webadressen. Mittlerweile bieten diverse Domainbörsen ihre Dienste zur Vermittlung zwischen Verkäufern und Kaufinteressenten an, berichtet das Computermagazin c't in seiner aktuellen Ausgabe 17/99.

Diese Börsen verstehen sich als Foren der Koordination von Angebot und Nachfrage. Man kann über sie Domains mieten, kaufen oder zum Verkauf anbieten. Typischerweise werden E-Mails zwischen Verkäufer, der sich die entsprechende Domain hat registrieren lassen, und Kaufinteressent hin- und hergereicht. Das lassen sich einige Domainbörsen mit saftigen Provisionen bezahlen; andere arbeiten jedoch kostenfrei für Käufer und Verkäufer.

URLs entwickeln sich zum Spekulationsobjekt und versprechen enorme Profite. Zwischen 5 000 und 10 000 Mark kostet eine knackige .de-Domain durchschnittlich. Die deutsche Webadresse shopping.de kostete sogar 70 000 Mark; die internationale Adresse altavista.com wechselte für 3,3 Millionen Mark den Besitzer. Die Zahl der Adressen, die zum Verkauf stehen, reichen je nach Anbieter von 150 bis über 1 000. Es gibt jedoch keinen Hinweis auf tatsächliche Umsätze der Domainbörsen. Die Nachfrage ist derzeit nicht gerade stürmisch.

Domainhandel spielt sich in einer rechtlichen Grauzone ab. Noch fehlen klare Richtlinien und Grundsatzurteile. Systematischer Handel mit Domainnamen stellt in jedem Fall ein Risiko dar, denn abmahnwütige Anwaltskanzleien haben sich schon darauf spezialisiert, Verstöße gegen die Namens-, Marken- oder Urheberrechte Dritter zu reklamieren. "Wer einen geschützten Begriff als Domain anmeldet, wird weder am Besitz Freude haben, noch die Domain profitabel verkaufen können", erklärt c't-Redakteur Thomas Schult.

c't vergleicht in der aktuellen Ausgabe 17/99 sieben verschiedene Domainbörsen.

Ihr Ansprechpartner für Rückfragen

Peter Schmitz - c't-Redaktion
Telefon: 05 11/53 52-300
Fax: 05 11/53 52-417
E-Mail: psz@ct.heise.de



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