Textverarbeitung-2000
Absturzgefahr bei aktuellen Office-Paketen
Hannover, 15. Juli 1999 - Die vier großen Anbieter
- Microsoft, Corel, Lotus und StarDivision - bringen neue
Versionen ihrer Office-Pakete auf den Markt. Kern der
Programmsammlungen ist jeweils die Textverarbeitung.
In der aktuellen Ausgabe 15/99 präsentiert das
Computermagazin c't die Ergebnisse eines umfangreichen
Praxistests, bei dem keiner der Hersteller gut abschneidet.
In den Kernanwendungen der neuen Office-Versionen hat
sich wenig geändert. Sinnvolle Neuerungen finden sich für
den Privat-Anwender überwiegend in den
Textverarbeitungsprogrammen. Deren Leistungsfähigkeit zeigt
sich vor allem beim Verhalten mit komplexen Werken wie
Büchern, Berichten und Diplomarbeiten.
Dokumente mit über 100 Seiten, zweispaltigem Satz,
eingebundenen Bildern, Verzeichnissen, Fußnoten und
Gliederungsüberschrifen interessierten die c't-Redaktion besonders.
Aber auch der HTML-Import/-Export, die Makrofähigkeit und
die Dokumentation bzw. der angebotene Support wurden untersucht.
Das Ergebnis ist enttäuschend: Beim Handling mit anspruchsvollen
Dokumenten konnte keines der Office-Pakete glänzen. Der
Anwender muß sich mit diversen Fehlfunktionen herumschlagen:
Von der unzulänglichen Silbentrennung, die ständig manuelle
Eingriffe erfordert, bis zu unzähligen Programmabstürzen.
Mit der Rechtschreibreform tun sich die neuen Versionen ebenfalls
schwer. StarWriter kennt keine neuen Regeln und WordPerfect prüft
Texte nicht zuverlässig. Das einfache Umschalten zwischen alter und
neuer Rechtschreibung erlaubt nur Word 2000.
Das Fazit des Praxistests: Der Anwender hat die Wahl der Qual, da
jedes der Pakete wenige Vor-, aber viele Nachteile bietet. Altbekannte
Fehler, die die Programme schon seit vielen Versionen mit sich
herumschleppen, sind nach wie vor vorhanden, neue hinzugekommen.
Zum Teil tauchten sogar Fehler wieder auf, die in Vorversionen bereits
korrigiert worden waren.
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