c't testet Linux und NT als Web-Server
Linux bei praxisnahen Aufgabenstellungen vorne
Hannover, 16. Juni 1999 - Die Ergebnisse der von
Microsoft finanziell unterstützten Mindcraft-Studie
diskreditierten ausgerechnet die beiden
Vorzeige-Projekte der OpenSource-Gemeinde: das
freie Betriebssystem Linux und den ebenfalls
kostenlosen Web-Server Apache. Wie das
Computermagazin c't in seiner aktuellen Ausgabe
13/99 zeigt, kamen diese Zahlen jedoch vor allem
durch ein praxisfernes Test-Szenario zustande.
Beim c't-Test standen realitätsnähere Aufgaben im
Vordergrund. Die Ergebnisse zeigen, daß Linux
und Apache in den für die Praxis der meisten
Web-Server relevanten Bereichen mindestens
eine Nasenspitze vorn liegen. So konnte das
Freeware-Duo deutlich mehr Test-Anfragen
beantworten als der NT-basierte Server, wenn die
Web-Seiten zunächst von der Festplatte gelesen
werden mußten oder dynamisch für jede Anfrage
einzeln erstellt wurden. Das ist auf nahezu allen
anspruchsvollen Web-Sites die Regel.
Das Mindcraft-Szenario hingegen verhält sich zur
typischen Arbeitsumgebung eines Web-Servers in
etwa wie der Nürburgring zum Stadtverkehr. Statt
der bei Web-Servern üblichen, einfachen
Netzwerkanbindung mußte hier der Server vier
Netzwerkkarten parallel bedienen. Außerdem bezogen
sich die Anfragen nur auf einen vergleichsweise
kleinen Satz vorgefertigter HTML-Seiten, die direkt
aus dem Hauptspeicher gelesen werden konnten.
Beim c't-Test zeigte sich, daß bei solchen
Aufgabenstellungen NT tatsächlich deutlich besser
abschneidet. Insbesondere die Multiprozessor-Unterstützung
von Linux zeigte hier Schwächen. Das Freeware-System
konnte erst bei der dynamischen Seitenerstellung von
zusätzlichen CPUs profitieren.
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Jürgen Schmidt (c't-Redaktion)
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