Günstige Power durch Cluster aus Standardrechnern
Super-Computer für jedermann
Hannover, 21. April 1999 - Leistungshungrige
Anwendungen wie fotorealistische 3D-Darstellung oder wissenschaftliche
Berechnungen bedeuten für Anwender oft stunden- oder gar tagelanges Warten.
Ein Rechnercluster, also ein Verbund zusammengeschlossener Computer, kann
da Abhilfe schaffen, berichtet das Computermagazin c't
in seiner aktuellen Ausgabe 9/99.
Auch die zahlreichen visuellen Effekte des Kinohits "Titanic" sind mit
einem gemischten Cluster aus unter anderem 350 Prozessoren und 200
Linux-Rechnern errechnet worden. In Forschung und Technik bearbeiten
Cluster rechenaufwendige Fragestellungen wie die Optimierung von
Satellitenbahnen oder die Konstruktion von Flugzeugen.
Leistungsexplosion und Preisverfall auf dem Computermarkt ermöglichen für
solche Anwendungen erschwingliche Lösungen. Cluster aus handelsüblichen
Standardrechnern können die Rechenleistung von Supercomputern erreichen,
verursachen jedoch nur einen Bruchteil der Kosten 'großer' Systeme.
Um die Leistung zu erreichen, die im optimalen Fall einem PC mit utopischen
3.000 MHz Taktfrequenz entspricht, wird beispielsweise ein Verbund aus acht
Computern mit 380 MHz gebildet. Ein solches Paket aus acht Rechnern mit
Prozessoren des Typs AMD K6-2, je 64 MByte Arbeitsspeicher und einer
Netzwerkkarte kostet rund 5.000 Mark. Grafikkarte und Festplatte sind nur
in einem der Rechner nötig. Noch kostengünstiger ist es, auf einen
bestehenden Pool an vernetzten Rechnern zurückzugreifen, die zum Beispiel
nachts brachliegen. Dieser "Feierabend-Cluster" nutzt nur Prozessoren, RAM
und Netzwerkkarte der Rechner; Grafikkarte und Festplatte bleiben
unangetastet.
Das Betriebssystem Linux ist für das Zusammenschalten von Rechnern
besonders beliebt; es ist kostenlos verfügbar, stabil und leistungsfähig.
Das Computermagazin c't erklärt in seiner aktuellen Ausgabe 9/99, wie man
mit Hilfe von Linux private Rechnercluster bildet.
Ihr Ansprechpartner für Rückfragen
Dr. Jörn Loviscach (c't-Redaktion)
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