Microsoft-Code in EMails, Word- und Excel-Dateien
So können Anwender ihre ID-Nummer mitlesen
Hannover, 11. März 1999 - Der Software-Gigant
Microsoft hat seine Kunden ohne deren Wissen numeriert und die
Identifikationsnummern offenbar in einer Datenbank gesammelt. Das Computermagazin c't erklärt in seiner aktuellen Ausgabe
6/99, wo in den Dateien die Nummern versteckt sind und wie man die
Übertragung bei der Registrierung unverschlüsselt beobachten kann.
"Genau das, was die Leute von Intels ID befürchten, hat Microsoft schon in
Betrieb", sagte Richard M. Smith, Präsident der Firma Phar Lap Software, in
einem Interview mit c't. Smith ist es zu verdanken, daß die seit langem
umherschwirrenden Gerüchte über heimliche Datenschnüffelei bei Microsofts
Online-Registrierung jetzt eine faktische Grundlage haben. c't hat die
Nummern in Office-Dokumenten und auch vereinzelt in EMails, die mit
Microsofts Outlook verschickt wurden, entdeckt.
Microsoft hat mittlerweile eingeräumt, daß die ID-Nummer bei der
Registrierung immer nach Redmond geschickt wird. Man habe aber die
Identifikation lediglich nutzen wollen, um Kunden besser bei der Diagnose
von PC-Problemen helfen zu können. Microsoft wolle jedoch alle
unabsichtlich gesammelten Daten aus seinen internen Datenbanken löschen.
Im nächsten Service-Pack soll nun die Online-Registrierung von Windows 98
geändert werden, so daß keine Nummern mehr heimlich übertragen werden.
Außerdem hat Microsoft angekündigt, für die Zeit bis dahin ein Tool zur
Verfügung zu stellen, mit dem Anwender sich unerwünschter ID-Nummern
entledigen können.
c't erklärt in Ausgabe 6/99 in einem detaillierten Bericht über Microsofts
Identifikationsnummern, was sich hinter diesen Nummern verbirgt und wie
zumindest versierte Anwender den Datentransfer bei der Online-Registrierung
beobachten können.
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Peter Siering - c't-Redaktion
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