Vom Privat-PC ist am wenigsten zu befürchten
Der Jahrtausendwechsel als Zeitbombe
Hannover, 23. Dezember 1998 - Am 1. Januar 2000 ist
es soweit: Rechner und Steuerungssysteme schalten von 99 auf die Jahreszahl
00. Niemand kann zur Zeit die Auswirkungen absehen. Am PC des
Privatanwenders ist am wenigsten zu befürchten. Programmierer sehen aber
große Probleme bei Firmen und Verwaltungen. Beunruhigend ist, wie langsam
das Problem in Deutschland angegangen wird, schreibt das Computermagazin c't in seiner aktuellen Ausgabe 1/99.
Die Probleme am heimischen PC durch das Jahr 2000 dürften eher harmlos
sein. Manche Privatanwender müssen eventuell die Systemuhr ihres Rechners
auf das korrekte Datum umstellen. Sollten Fehler bei weitverbreiteter
Software auftreten, gehen Informationen darüber binnen Stunden um die Welt.
Bei weniger verbreiteter Software ist die Gefahr größer, daß Fehler zu spät
bemerkt werden.
Die meisten Risiken der Jahrtausendwende bergen selbstprogrammierte Makros,
Datenbanken und über Jahre gewachsene Spezialsoftware in sich. Unternehmen
und Verwaltungen sollten Software solcher Art dringend reparieren oder
ersetzen. Doch wer jetzt erst anfängt, sich über das Jahr-2000-Problem
Gedanken zu machen, ist wahrscheinlich schon zu spät dran. Denn kaum ein
Software-Projekt hält die zunächst geplante Frist ein - eine unabänderlich
vorgegebene um so weniger.
Europa erhält einen kleinen Vorgeschmack auf die möglichen Probleme im Jahr
2000 durch die Umstellung auf die gemeinsame Währung Euro. Banken sind
verpflichtet, Buchungen ab 1.1.1999 auch in Euro auszuführen. Dies führt zu
Störungen bei der elektronischen Kontoführung oder am Geldautomaten.
Kleinere und mittlere Unternehmen lassen sich jedoch laut diversen Umfragen
noch viel Zeit, denn die D-Mark verliert erst in drei Jahren ihre
Gültigkeit.
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Dr. Jörn Loviscach (c't-Redaktion)
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