c't über Betrug mit gefälschter Antiviren-Software
Scareware: Das Geschäft mit der Angst

Hannover, 16. August 2010 - Die Masche ist simpel:
Eine Software meldet einen angeblichen Virenbefall
und bietet an, gegen Bezahlung den PC zu säubern.
Gleichzeitig schaltet sie oftmals legitime und
bereits vorhandene Schutzprogramme aus. Mit dieser
sogenannten Scareware verdienen Betrüger inzwischen
Millionen, schreibt das Computermagazin c't in der
aktuellen Ausgabe 18/10.
Scareware heißt übersetzt Angstware und hat nur
den einen Zweck, verunsicherten Computeranwendern
Geld aus der Tasche zu ziehen. Sie sollen für eine
gefälschte und in der Regel völlig nutzlose Antiviren-
Software zahlen. Viele Anwender installieren die
angebliche Schutz-Software zunächst arglos oder
sie wird ihnen über Sicherheitslücken heimlich
untergeschoben. Danach nerven die Angstmacher mit
schrillen Warnungen - bis der Anwender nachgibt
und die teure "Vollversion" kauft, die 35 bis
50 Euro kostet. Nach der Zahlung verschwinden die
vielen Hinweise auf angebliche Schädlinge.
Inzwischen haben die Betrüger sogar Support-Center
eingerichtet, bei denen verunsicherte Anwender
anrufen können. Die Mitarbeiter erklären dabei
Schritt für Schritt, wie diese die echte Antiviren-
Software ihres Computers deinstallieren sollen,
damit sich der Pseudo-Schutz installieren lässt.
Antiviren-Programme haben ohnehin Schwierigkeiten,
die betrügerischen Doppelgänger zu erkennen, da
diese nicht die klassischen Merkmale etwa von
Spionage-Programmen aufweisen.
Auch die rechtliche Situation ist schwierig und
alles andere als eindeutig, immerhin stimmen die
betroffenen Anwender in der Regel den fragwürdigen
Geschäftsbedingungen freiwillig zu. Hinzu kommt,
dass einige Varianten der Scareware tatsächlich
nützliche Elemente wie etwa die eigentlich
kostenlose Open-Source-Antivirensoftware ClamAV
eingebaut haben. Trotzdem sollte man sich nicht
auf Scareware einlassen oder gar dafür bezahlen.
Wer das bereits getan hat, sollte seine
Kreditkartennummer ändern, schließlich sind die
Daten in den Händen von Betrügern gelandet. Eine
Anzeige bei der Polizei hilft einem Betroffenen
vielleicht nicht viel, macht aber auf diese
spezielle Betrugsmasche aufmerksam.
Bildmaterial:
Das Titelbild der aktuellen c't-Ausgabe 18/2010
steht zum Download bereit.
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