Datenschutzschwächen in sozialen Netzwerken
Facebook nervt mit unerwünschten Einladungen

Hannover, 12. März 2010 - Facebook missbraucht die
Adressbücher seiner Nutzer zur Mitgliederwerbung.
Das soziale Netzwerk verschickt im Namen der Anwender
E-Mail-Einladungen, sich bei Facebook anzumelden,
berichtet das Computermagazin c't in der aktuellen
Ausgabe 7/10.
Die agressive Mitgliederwerbung kann für Facebook-Nutzer
negative Folgen haben: So wurde eine Nutzerin
von ihrem Chef gerügt, weil er mehrmals vermeintlich
von ihr unterschriebene Facebook-Einladungen erhalten
hatte. Sie war zuvor auf das Angebot des Netzwerks
eingegangen, die Kontakte aus ihrem Adressbuch einzuladen.
Facebook bombardierte die eingesammelten Mail-Adressen
im Namen der jungen Frau mehrfach mit Einladungen,
sofern die Adressaten nicht schon als Nutzer registriert
waren. "Will man dieses Risiko nicht eingehen, sollte
man Facebook keinesfalls Zugriff auf sein Postfach
gewähren", rät c't-Redakteur Holger Bleich. Immerhin
gibt es unter einer ziemlich versteckten Webadresse
eine Möglichkeit, die Einladungswelle wieder zu stoppen.
In der Grundeinstellung schützen soziale Netzwerke
ihre Nutzer nur unzureichend. Nach der Erstanmeldung
sollten neue Nutzer die Datenschutzeinstellungen
unbedingt genau prüfen. Es gilt zu entscheiden, welche
Daten für die Öffentlichkeit bestimmt sind und ob
bestimmte Informationen wie Fotos, die eigene Postadresse
oder Alter nur einem eingeschränkten Nutzerkreis
vorbehalten bleiben.
Leider ist das nicht immer möglich, etwa wenn man
das beliebte Online-Spiel Farmville installiert.
Facebook ermöglicht derlei externen Zusatzprogrammen
(Apps) den Zugriff auf Daten, die eigentlich nicht frei
zugänglich sein sollten. Was damit passiert, ist allein
Sache des Entwicklers. "Überspitzt formuliert: Facebook-Anwendungen
enthalten sozusagen eine Trojaner-Schnittstelle.
Man kann nur beeinflussen, für wen
die von den Anwendungen veröffentlichten Daten sichtbar
sind", erläutert c't-Experte Holger Bleich. Wer also
nicht möchte, dass bei der Bewirtschaftung eines
virtuellen Bauernhofs jeder zuschauen kann, muss
erneut seine Einstellungen anpassen.
Im Vergleich zu Facebook nehmen die VZ-Netzwerke wie
SchülerVZ und StudiVZ mehr Rücksicht auf den Datenschutz.
Der Nutzer bestimmt selbst, auf welche Daten externe
Anwendungen zugreifen dürfen. Dort ist es auch einfacher,
Bilder oder einen ganzen Account wieder zu löschen.
Sie erlauben es auch, unter Pseudonym aufzutreten.
Bildmaterial:
Das Titelbild der aktuellen c't-Ausgabe 7/2010
steht zum Download bereit.
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