Neue Gefahren für die Privatsphäre am PC
Die spionierenden Super-Cookies

Hannover, 1. März 2007 - Beim Besuch einer Webseite
speichern die Betreiber oft ungefragt kleine Datenpakete
auf dem Rechner des Nutzers. Solche Cookies können
nützlich sein, aber auch sensible private Daten
sammeln. Eine neue Generation dieser Spezies macht
es den Anwendern besonders schwer, sich gegen das
Ausschnüffeln zu wehren, warnt das Computermagazin
c't in der aktuellen Ausgabe 6/07.
Wer einmal beim Videoportal YouTube war und die
gewünschte Lautstärke für einen Film eingestellt hat,
kann sich bei den nächsten Besuchen zurücklehnen:
YouTube speichert diese Einstellung auf dem PC des
Nutzers und stellt den Pegel automatisch auf die
zuletzt gewählte Lautstärke ein - sogar, wenn der
Anwender unterschiedliche Browser verwendet.
Verantwortlich ist ein Cookie der neuen Generation,
der mit Hilfe des verbreiteten Flash-Players
browserübergreifend Daten ablegt und an die Webseite
weitergibt.
Cookie-Aktivitäten auf dem Rechner können aber auch
ganz anders aussehen: Die Cookies protokollieren,
welche Webseite der Anwender besucht und für welche
Produkte er sich interessiert. Marketingstrategen
können aus diesen heiklen Informationen Benutzerprofile
erstellen. Außer herkömmlichen Cookies und Flash-
Cookies haben sie dafür spezielle Techniken im Internet
Explorer und Firefox zur Auswahl.
Herkömmliche Cookies lassen sich mit den meisten
Browsern inzwischen leicht verwalten, blockieren und
verlässlich löschen. Die neue Generation macht es dem
Anwender jedoch weitaus schwerer. Flash-Cookies haben
dabei die größte Verbreitung, man kann sie bei Bedarf
aber auch am ehesten abwehren: Über die rechte Maustaste
kann der Besucher für jede Webseite einstellen, wie
viele Daten der Flash Player bei ihm speichern darf.
Auf einer speziellen Webseite von Adobe/Macromedia
kann er Flash-Cookies komplett abstellen - doch nur
wenige Anwender kennen diese Möglichkeit.
"Die Situation ist vergleichbar mit dem Aufkommen der
ersten Cookies vor zehn Jahren", erläutert c't-Redakteur
Herbert Braun das Dilemma. "Auch die neuen Super-Cookies
verstecken sich gut auf der Festplatte und lassen sich
nur schwer finden und löschen. Dass die große Schar
der Anwender deshalb nicht unruhig wird, hat nur einen
Grund: Kaum jemand kennt sie." (heb)
Bildmaterial:
Das Titelbild der aktuellen c't-Ausgabe 6/2007
steht zum Download bereit.
Hinweis für Hörfunkredaktionen:
Aktuelle O-Töne von c't-Redakteur Herbert Braun
sind unter 05 11/2 79 15 60 beim c't-Hörfunk-Service
abrufbar. Unter www.radioservice.de steht
das Angebot für akkreditierte Hörfunkredakteure
auch im MP3-Format zum Download bereit.
Ihre Ansprechpartnerin für Rückfragen
Anja Reupke
Heise Medien Gruppe
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +49 [0] 511 5352-561
Telefax: +49 [0] 511 5352-563
anja.reupke@heise-medien.de