c't: Wie Rootkits Antiviren-Software austricksen
Die Schädlingsgefahr der Zukunft

Hannover, 9. Dezember 2005 - Die nächste Generation
von Computer-Viren wird sich noch raffinierter vor
Schutzprogrammen verstecken. Durch so genannte
Rootkits haben herkömmliche Virenscanner fast keine
Chance mehr, Schädlinge aufzuspüren, so das
Computermagazin c't in der aktuellen Ausgabe 26/05.
Sony BMG legte seinen Kunden ein echtes Kuckucksei:
Eine kopiergeschützte Audio-CD installierte beim
Abspielen am Computer ohne Einwilligung des Anwenders
zusätzliche Software, die unter anderem Dateien
versteckt. Hinter solchen Rootkits können sich auch
Computerschädlinge verstecken, um ihre Anwesenheit
vor Anwendern und Schutzsoftware zu verbergen. Das
Vorgehen von Sony BMG führte in Fachkreisen zu großer
Empörung, der Konzern versprach, die betroffenen CDs
aus dem Handel zu nehmen.
Rootkits nisten sich tief in das Betriebssystem ein.
Kein einziger von 15 Virenwächtern hat im c't-Test
durch Rootkits versteckte Viren entdeckt. Um spezielle
Anti-Rootkit-Software zu nutzen, sind detaillierte
PC-Kenntnisse nötig, für den Normalanwender also
keine Alternative. Besteht aber der Verdacht, dass
ein System mit einem Rootkit präpariert wurde, sollte
man seinen Rechner mit einem garantiert
schädlingsfreien Betriebssystem von CD starten. Die
Tarnkappen können eventuell versteckte Viren oder
Würmer dann nicht mehr verdecken, so dass ein
aktueller Virenscanner sie aufstöbern und vernichten
kann. Wenig hilfreich sind dabei die meisten
Rettungs-CDs, die Virenscanner-Hersteller ihren
Programmen beilegen. "Unser Test zeigt, dass
funktionsfähige Rettungs-CDs leider immer noch eher
die Ausnahme als die Regel sind", erläutert
c't-Experte Jürgen Schmidt. Stattdessen empfiehlt
er eine saubere Boot-CD wie Knoppicillin oder Bart PE.
Wer sich gegen Rootkits schützen will, sollte sie am
besten erst gar nicht auf sein System lassen. Dabei
helfen regelmäßige Sicherheits-Updates, ein aktueller
Virenscanner und vor allem das konsequente Arbeiten
ohne Administratorenrechte, ohne die sich ein Rootkit
nicht im System einnisten kann.
Ursprünglich stammen Rootkits aus der Unix-Welt.
Bereits in den frühen siebziger Jahren entwickelten
Hacker Techniken, um ihre Anwesenheit vor den
Administratoren der Systeme zu verbergen, in die sie
eingedrungen waren. (ju)
Bildmaterial:
Das Titelbild der aktuellen c't-Ausgabe 26/2005
steht zum Download bereit.
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Ein Radiobeitrag zu diesem Thema sowie O-Töne von
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