Sicherheits-CD von Microsoft fällt im c't-Test durch
Aktion sicheres Windows

Hannover, 28. Oktober 2005 - Obwohl sich Microsoft
sehr viel Vorbereitungszeit gegönnt hat, enttäuschen
die neuen Sicherheits-CDs von den Windows-Machern die
hohen Erwartungen der Nutzer. Bei Verdacht auf Virenbefall
bietet das Sicherheitskonzept keine verlässliche Lösung.
Wer seinen PC von versteckten Angreifern sorgfältig
säubern möchte, sollte sich mit ein paar Mausklicks selbst
ein Rettungs-Windows bauen oder auf die Linux-Variante
Knoppicillin zurückgreifen, rät das Computermagazin c't
in der aktuellen Ausgabe 23/05.
Es gibt durchaus Trojaner und Viren, die selbst regelmäßig
aktualisierte Virenscanner außer Gefecht setzen. Die Wächter
schlagen keinen Alarm, und der Nutzer fühlt sich sicher.
Wenn der PC ungewöhnliche Macken zeigt oder unerklärlichen
Datenaustausch mit dem Internet betreibt, ist also trotz
eines vorhandenen Virenscanners Vorsicht geboten.
Klarheit kann nur ein von CD startendes absolut sauberes
Betriebssystem mit einem aktuellen Virenscanner bringen.
Im Zuge der Kampagne "Deutschland sicher im Netz" bietet
Microsoft jetzt Sicherheits-CDs an, die genau diese Lücke
schließen sollen. Doch zum Entfernen der Schädlinge liefern
sie gerade mal ein Tool, das sich von der Boot-CD starten
lässt. Das erkennt und beseitigt aber nur circa 40 der
verbreiteten Schädlingsfamilien und kann einem mit
aktuellen Signaturen ausgestatteten Virenscanner nicht
das Wasser reichen. "Somit hat man nach dem Scan mit der
Sicherheits-CD keine Gewissheit, dass der Rechner wirklich
sauber ist", erläutert c't-Redakteur Jürgen Schmidt. "Zudem
ist die Update-Funktion sehr rudimentär ausgefallen. Es
ist nicht vorgesehen, die CD direkt via Internet zu
aktualisieren, so dass neue Viren und Trojaner gar nicht
erst erkannt werden."
Auf der Suche nach einer wirklich hilfreichen Lösung können
die Anwender auf andere Möglichkeiten zurückgreifen. Als
eine Alternative bleibt ihnen das Herstellen eines eigenen
Rettungs-Windows. Mit Hilfe der Software-CD in der aktuellen
c't ist das mit wenigen Mausklicks erledigt. Die zweite
Möglichkeit ist das Linux-System Knoppicillin, das ebenfalls
Schädlingen den Garaus macht, die sich am Virenwächter
vorbeigemogelt oder ihn deaktiviert haben. Beide Lösungen
bieten hochwertige Antivirus-Software und einen Online-Zugang
zum Aktualisieren der Signaturen sowie Antispyware-Tools, die
heimlich installierte Spionageprogramme aufspüren.
Die Sicherheitstools von Microsoft liegen dem c't-Heft
bei, damit sich die Leser selbst ein Bild von deren
Funktionsfähigkeit machen können. Hilfreicher ist jedoch
der Griff zum selbst erstellten Rettungswindows oder
Knoppicillin, das direkt bootfähig auf der zweiten Heft-CD
ebenfalls enthalten ist. (ju)
Bildmaterial:
Das Titelbild der aktuellen c't-Ausgabe 23/2005
steht zum Download bereit.
Hinweis für Hörfunkredaktionen:
Ein Radiobeitrag zu diesem Thema sowie O-Töne von c't-
Redakteur Jürgen Schmidt sind unter 05 11/2 79 15 60 beim
c't-Hörfunk-Service abrufbar. Unter www.radioservice.de
steht das Angebot für akkreditierte Hörfunkredakteure auch
im MP3-Format zum Download bereit.
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