c't: Tricks von Online-Betrügern abwehren
Maßnahmen gegen Phishing

Hannover, 14. Oktober 2005 - Einzelne Internet-Provider
zählen pro Tag über 100.000 Phishing-Versuche, bei denen
Betrüger versuchen, Zugangsdaten zu ergaunern, um
Online-Banking-Kunden das Konto leer zu räumen. Schutz
vor Phishern versprechen eine Vielzahl von Software-Tools,
doch keines überzeugt, und letztendlich hilft nur ein
vernünftiger Maßnahmen-Mix gegen unerwünschten Zugriff
auf das eigene Konto, so das Computermagazin c't in der
aktuellen Ausgabe 22/05.
Als sicherste Methode beim Online-Banking gilt immer noch
der Standard HBCI in Verbindung mit einem Kartenleser ab
Klasse 2, idealerweise mit einer Online-Banking-Software
kombiniert. Doch konnte sich das HBCI-Verfahren nicht
durchsetzen, unter anderem, weil es nicht mobil und
standardisiert ist. Stattdessen kommt das bequeme, aber
unsichere PIN/TAN-Verfahren zum Einsatz, bei dem man eine
Geheimnummer und wechselnde Transaktionsnummern verwendet.
Wer sämtliche Online-Geschäfte diszipliniert mit einem
Banking-Programm statt über die Internet-Seite der Bank
tätigt, ist vor Phishing-Angriffen relativ gut geschützt.
Die meisten Attacken zielen nämlich darauf, den Nutzer
über den Link in einer E-Mail auf gefälschte Web-Seiten
zu locken, wo er PIN- und TAN-Daten eingeben soll. Wer
bei seinen Bankgeschäften also grundsätzlich auf einen
Internet-Browser verzichtet, ist hiervor gefeit. Inzwischen
droht aber auch Benutzern von Online-Banking-Software
Gefahr durch Viren und Trojaner, die den Anwender unbemerkt
ausspionieren, etwa indem sie Tastatureingaben mitprotokollieren
und heimlich über das Internet versenden.
Ein regelmäßig aktualisierter Viren- und Trojanerschutz ist
also unerlässlich. Des Weiteren sollen eine Vielzahl von
Software-Erweiterungen den Nutzer darin unterstützen, sich
vor Phishing zu schützen. Neue Versionen bekannter
E-Mail-Programme versuchen, Phishing-Mails von vornherein
abzuweisen. Verschiedene Software-Tools für Internet-Browser
warnen beim Besuch gefälschter Bank-Webseiten - oder blockieren
sie gleich ganz. Der c't-Test hat allerdings gezeigt, dass
keines der Angebote allein rundum schützt. Erst ein Mix aus
verschiedenen Maßnahmen senkt das Risiko auf ein akzeptables
Niveau. "Der beste Schutz vor Phishing-Attacken bleibt weiterhin
das Misstrauen potenzieller Opfer, die darüber entscheiden, ob
und wo sie ihre Daten eingeben", so c't-Redakteur Daniel
Bachfeld. (ju)
Bildmaterial:
Das Titelbild der aktuellen c't-Ausgabe 22/2005
steht zum Download bereit.
Hinweis für Hörfunkredaktionen:
Ein Radiobeitrag zu diesem Thema sowie O-Töne von c't-Redakteur Jürgen Schmidt
sind unter 05 11/2 79 15 60 beim c't-Hörfunk-Service abrufbar. Unter www.radioservice.de
steht das Angebot für akkreditierte Hörfunkredakteure auch im MP3-Format zum Download bereit.
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