c't entmystifiziert vermeintliche Windows-Tricks
Viele Tuning-Tipps für Windows sind nutzlos

Hannover, 5. August 2005 - Viele zirkulierende Tricks
und Kniffe, um Windows XP schneller zu machen, sind
wirkungslos. Im besten Fall kosten sie Arbeitszeit,
im schlimmsten Fall gefährden sie das System. Nur
wenige Maßnahmen helfen tatsächlich, die meisten nur
in kaum messbaren Dimensionen, so das Computermagazin
c't in der aktuellen Ausgabe 17/05.
Es steht außer Frage, dass Windows XP bei längerem
Gebrauch immer zäher reagiert. Abhilfe ist durchaus
möglich, doch nicht jede Maßnahme lohnt sich tatsächlich.
Mittlerweile kursieren etliche Tipps in der PC-Gemeinde,
die nur in Spezialfällen etwas Zeitersparnis bringen,
dafür aber das System gefährden können.
Ein beliebter Rat lautet, überflüssige Dienste auszuschalten.
"In einzelnen Fällen bringt das tatsächlich ein wenig
Performance", erläutert c't-Redakteur Hajo Schulz. "Doch in
der Regel ist die Gefahr größer, dass plötzlich einzelne
Programme nicht mehr laufen, da Microsoft nicht im Detail
offen legt, an welcher Stelle einzelne Dienste ins System
eingreifen." Ebenfalls populär sind Programme, die den
freien Arbeitsspeicher vergrößern sollen - da lautet die
Erkenntnis ganz klar: RAM nachrüsten bringt wesentlich
mehr und ist kaum teurer.
Tipps, in der Registry Einträge zu löschen oder temporäre
Dateien zu entfernen, fruchten ebenso wenig. Überhaupt
ist zu beobachten, dass viele Tipps anscheinend aus der
Windows-95/98-Ära in die Neuzeit von XP mitgeschleppt wurden,
wo sie heute keinerlei Wirkung mehr zeigen. Zudem haben die
Entwickler viel Gehirnschmalz in XP gesteckt, sodass dieses
System etliche Optimierungen selbst vornimmt - etwa um den
Boot-Vorgang zu beschleunigen. Vor allem die Tipps, die XP
bei solchen Optimierungen helfen sollen, sind entweder
überflüssig oder machen XP die Arbeit eher schwerer.
"Am meisten Tempo gewinnt, wer dafür sorgt, dass nicht zu
viele Programme gleichzeitig laufen. Wer etwa per Autostart
alles Mögliche auf Vorrat in den Speicher laden lässt, ohne
die zugehörige Anwendung, die davon profitieren könnte, zu
benutzen, der verplempert Rechenleistung", erläutert
c't-Experte Hajo Schulz. (hos)
Bildmaterial:
Das Titelbild der aktuellen c't-Ausgabe 17/2005
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