c't: Datenrettung von CDs und DVDs
Jäger der verlorenen Daten

Hannover, 25. Juli 2005 - Wenn die Daten einer CD oder
DVD nicht mehr lesbar sind, kann eventuell ein Laufwerk
mit besserer Fehlerkorrektur helfen. Spezielle Software
liest defekte Medien und extrahiert die noch intakten
Dateien. Erst wenn diese Maßnahmen nicht fruchten,
sollte man Kratzer vorsichtig wegpolieren, schreibt das
Computermagazin c't in der aktuellen Ausgabe 16/05.
Wenn die sicher auf DVD archiviert geglaubten Urlaubsbilder,
Filme oder Geschäftsdaten sich nicht mehr lesen lassen, ist
das kein Grund zur Panik. Mitunter lassen sich die Daten
retten, indem man die Scheibe in einem anderen Laufwerk
abspielt. Die Qualität der Fehlerkorrektur unterscheidet
sich nämlich bei den verschiedenen Laufwerken recht deutlich,
wie c't im Test herausgefunden hat. Solch ein Wechsel hilft
nicht nur bei sichtbaren Beschädigungen, sondern auch bei
Brennfehlern, die mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen sind.
Als erstes sollte man die noch lesbaren Daten sicherstellen,
indem man ein komplettes Abbild des Datenträgers in einer
Datei erstellt. Die c't-Redaktion hat dafür eigens ein
Programm namens H2cdimage entwickelt, das sich nicht an
den verkratzten Bereichen festbeißt, sondern in relativ
kurzer Zeit rettet, was zu retten ist. "Erst wenn man alle
Lesemöglichkeiten mit verschiedenen Laufwerken ausgeschöpft
hat, sollte man eine CD oder DVD mechanisch bearbeiten",
rät c't-Redakteur Hartmut Gieselmann, "denn es besteht die
Gefahr, dass man dabei weiteren Schaden anrichtet." Von
Poliermaschinen rät er ab. Besser ist es, Kratzer von Hand
wegzupolieren, wofür der Fachhandel unterschiedliche Poliersets
bereithält.
Schuld an unlesbaren CDs oder DVDs können neben Kratzern
auch eingeschlossene winzige Gasbläschen sein, die sich
bei der Erwärmung im Laufwerk ausdehnen. Manchmal hilft
es daher, die Scheibe eine Zeitlang ins Gefrierfach zu
legen und dann schnell noch einmal mit H2cdimage auszulesen.
Papier-Aufkleber können die Scheiben verziehen, sodass
speziell DVDs nicht mehr lesbar sind. Sie sollte man daher
vorsichtig entfernen. Zur Extraktion der geretteten Dateien
aus der Abbild-Datei hat die c't-Redaktion eine eigene
Datenrettungssoftware namens Dares entwickelt, die auch
bei völlig zerstörtem Dateisystem noch intakte Dateien
wiederherstellt. (hag)
Bildmaterial:
Das Titelbild der aktuellen c't-Ausgabe 16/2005
steht zum Download bereit.
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