c't: Digitaler Satellitenempfang auf dem PC
DVB-S-Karten unausgereift

Hannover, 17. Mai 2005 - Seit nun mehr neun Jahren
kann man digitales Satellitenfernsehen in Deutschland
empfangen. Aktuelle DVB-S-Karten für den digitalen
Satellitenempfang am PC sollten eigentlich störungsfreien
Spaß bereiten. Das Computermagazin c't zeigt in der
aktuellen Ausgabe 11/05, dass Tücken im Detail jedoch
bei vielen Modellen den Fernsehgenuss verderben.
Über 2000 freie und verschlüsselte Radio- und TV-Sender
lassen sich mit einer Satellitenschüssel alleine von den
Satelliten ASTRA 19,2° Ost und Hotbird 13° Ost einfangen.
Mittels DVB-S-Karte gelangen die Sendungen nicht nur auf
den PC, die mitgelieferte Software verwandelt den Rechner
auch gleich noch in einen digitalen Videorecorder mit all
seinen Vorzügen wie beispielsweise Time-Shifting. Wer mag,
kann seine Filme auch auf DVD brennen. Da die Umwandlung
des analogen Signals bei digitalem Satellitenempfang
entfällt, ist die Qualität vergleichsweise hoch.
Soweit die Theorie. "Doch die mitgelieferte Software
vieler Hersteller ist schlichtweg minderwertig",
erläutert c't-Redakteur Nico Jurran. Zahllose größere
und kleinere Ungereimtheiten bei der Einrichtung,
nicht funktionierende Programmfunktionen, schleppende
Bedienung, unzureichende Kompatibilität zu verbreiteter
Hardware und jede Menge Programm- und Systemabstürze
dämpften das Testvergnügen erheblich. "Eine freie
Software aus dem Internet leistet da weitaus mehr."
Insbesondere bei der Kanalverwaltung und bei der
Dolby-Digital-Unterstützung bietet alternative
Software oftmals bessere Funktionen.
Tatsächlich verhindern Schwächen der zu den DVB-S-Karten
mitgelieferten Programme, dass der PC-Nutzer feinsten
Raumklang oder HDTV-Programme mit gegenüber dem Standard-TV
bis zu fünfmal höherer Bildauflösung genießen kann. Dabei
sind auch schon preiswerte Karten ab 60 Euro dazu technisch
durchaus in der Lage. "Und es hat sich gezeigt, dass die
eher teuren Karten mit Preisen bis zu 200 Euro trotz
ihrer vermeintlich ausgetüftelten Hardware-Ausstattung
nicht besser, sondern eher schlechter im c't-Test
abgeschnitten haben", so Nico Jurran. Ihr zusätzlicher
Video-Decoder, der eigentlich den Prozessor des PCs
entlasten soll, bereitete im Test beispielsweise Probleme
bei der Bildwiedergabe auf dem Computermonitor, die die
günstigeren Modelle nicht hatten. (nij)
Bildmaterial:
Das Titelbild der aktuellen c't-Ausgabe 11/2005
steht zum Download bereit.
Hinweis für Hörfunkredaktionen:
Ein Radiobeitrag zu diesem Thema sowie O-Töne von c't-Redakteur
Nico Jurran sind unter 05 11/2 79 15 60 beim c't-Hörfunk-Service
abrufbar. Unter www.radioservice.de steht das Angebot für
akkreditierte Hörfunkredakteure auch im MP3-Format zum Download
bereit.
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