c't testet 14 Musikkaufportale im Internet
Raus aus der Kopierfalle mit Online-Musik

Hannover, 22. Februar 2005 - Dem Ärger mit
kopiergeschützten Un-CDs lässt sich am einfachsten
mit Musikeinkäufen im Internet begegnen. Nachholbedarf
haben einige Anbieter allerdings bei der Audioqualität,
der Transparenz ihrer Nutzungsbedingungen und der
Bedienfreundlichkeit ihrer Shops, so das Computermagazin
c't in der aktuellen Ausgabe 5/05.
Es ist schon ärgerlich genug, wenn sich die neue
Lieblings-CD wegen eines Kopierschutzes nicht auf dem
PC abspielen lässt. Mit ein wenig Pech läuft sie auch im
Auto nicht. Die Musik auf einen tragbaren MP3-Player zu
überspielen, daran ist schon gar nicht zu denken. Solchen
Problemen geht man mit Einkauf im Internet aus dem Weg.
Die legal heruntergeladenen Musikdateien aus den meisten
Online-Shops sind verschlüsselt. Ihre Nutzung kontrolliert
ein digitales Rechtemanagementsystem (DRM), das genau
festlegt, auf wie vielen PCs man die Musik abspielen und
wie oft man sie auf einen Player übertragen oder auf eine
Audio-CD brennen darf. Wer die Songs allerdings in das
Audio-CD-Format konvertiert, kann danach frei über sie
verfügen und muss sich über DRM keine Gedanken mehr
machen. Der Qualitätsverlust bei erneutem Komprimieren,
beispielsweise in das MP3-Format, ist gering. Bei einigen
Anbietern erhält man sogar MP3-Dateien ohne DRM, allerdings
keine Titel von den großen Musiklabels.
"Die aktuellen DRM-Bedingungen schränken den fairen Gebrauch
praktisch nicht ein", kommentierte c't-Redakteur Dr. Volker
Zota. "Der Käufer hat viel weiter gehende Nutzungsrechte
als beim Kauf einer kopiergeschützten CD. Vor allem darf
er auch weiterhin Kopien für den privaten Gebrauch machen."
Zu kritisieren sei allerdings die mangelnde Transparenz:
Bei den meisten Portalen unterscheidet sich der Umfang
der Rechte je nach Herkunft der Songs.
Uneinheitlich fiel auch die Bewertung der Tonqualität aus.
Gut schnitten im Hörtest die Dateien von Sony Connect,
Media Online und medionmusic sowie der kleineren Independent-
Portale eMusic und Finetunes ab. Befriedigend waren die
Ergebnisse beim iTunes Music Store von Apple und wippit. Sehr
schlecht hingegen wurden die Hörproben von Karstadt, MSN Music,
MTV, Packard Bell und Tiscali bewertet, die sich allesamt
von dem britischen Unternehmen OD2 beliefern lassen. "Viele
Songs waren mit veralteter Software kodiert, die deutlich
hörbare Artefakte erzeugt", erläuterte Zota.
Den besten Bedienkomfort boten die Portale von Apple und
Sony. Die Bezahlung erfolgt meist per Kreditkarte. AOL
rechnet über den Kunden-Account ab, bei T-Onlines Musicload
kann man über die Telefonrechnung bezahlen. (vza)
Bildmaterial:
Das Titelbild der aktuellen c't-Ausgabe 5/2005
steht zum Download bereit.
Hinweis für Hörfunkredaktionen:
Ein Radiobeitrag zu diesem Thema sowie O-Töne von c't-Redakteur
Dr. Volker Zota sind unter 05 11/2 79 15 60 beim c't-Hörfunk-
Service abrufbar. Unter www.radioservice.de steht das Angebot
für akkreditierte Hörfunkredakteure auch im MP3-Format zum
Download bereit.
Ihre Ansprechpartnerin für Rückfragen
Anja Reupke
Heise Medien Gruppe
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