Codename "Whistler": Ein Windows für alle
c't sieht noch viel Arbeit für die Entwickler
Hannover, 2. Dezember 2000 - Microsoft entwickelt
unter dem Codenamen "Whistler" einen gemeinsamen
Nachfolger für Windows 9x/ME und Windows 2000. Die
erste Vorabversion zeigt im Hinblick auf die
Endkundentauglichkeit noch viel Arbeit für die
Entwickler, berichtet das Computermagazin c't
in seiner aktuellen Ausgabe 25/2000.
Das endgültige Whistler soll in der zweiten
Jahreshälfte 2001 erscheinen. Wie das Produkt
letztlich heißen soll, steht noch nicht fest.
Bekannt ist nur, dass das neue Windows nicht nur
in einer "Professional"-Version für Geschäftskunden,
sondern auch als "Personal"-Ausgabe für private
Nutzer auf den Markt kommen soll. Der
Software-Hersteller aus Redmond will damit
endlich auch das Windows für Privatleute auf
die technische Basis von NT stellen. Bisher
war bei Windows 9x Kompatibilität oberstes
Ziel - zu Lasten von Stabilität und Sicherheit.
Die Vorabversion von Whistler läuft auf identischer
Hardware träger als Windows 9x und nimmt nach
der Installation fast ein ganzes GByte Platz
ein. Für Besitzer älterer Rechner steht deshalb
bei einem Wechsel zu dem neuen Betriebssystem
auch gleich ein "PC-Update" an. Zumindest für
die Anfangsphase ist mit Treiberproblemen zu
rechnen, wie sie bei Windows 2000 immer noch
bestehen. Nutzer von Windows 9x werden auch eine
Weile benötigen, um sich zurechtzufinden,
beispielsweise bei der Systemverwaltung.
Hinsichtlich der Spieletauglichkeit bringt die
Betaversion von Whistler gegenüber Windows 2000
keinen wirklichen Fortschritt. Sie würde also
Windows-9x-Anwender noch nicht zufriedenstellen.
"Die erste Betaversion hat noch viele Ecken und
Kanten," so c't-Redakteur Peter Siering. "An einen
produktiven Betrieb ist derzeit kaum zu denken."
Langfristig dürfte sich die gemeinsame technische
Basis für das Privat- und Geschäftskunden-Windows
jedoch sowohl für Microsoft als auch für die Kunden
auszahlen. Ein Treiber deckt zukünftig alle
aktuellen Windows-Varianten ab. Die ‚Verschmelzung'
dürfte auch dazu führen, dass die weitere Entwicklung
nur eines Systems stringenter verläuft, denn bisher
programmierten bei Microsoft zwei Teams hintereinander
her.
Bildmaterial:
Das Titelbild der aktuellen c't-Ausgabe 25/2000 steht zum
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