Zugangssperren mittels BIOS-Passwort leicht zu knacken
Keine Sicherheit für PC und Notebook
Hannover, 19. Oktober 2000 - Zugangssperren mittels
BIOS-Passwort stellen keinen Schutz vor ungewünschten
Fremdeingriffen dar, sondern wiegen Besitzer von
PCs und Notebooks nur in trügerischer Sicherheit,
berichtet das Computermagazin c't in seiner
aktuellen Ausgabe 22/2000.
Mit einem BIOS-Passwort soll man moderne PCs vor
unerwünschtem Zugriff von Fremden schützen können.
Erst nach Eingabe des korrekten Passworts setzt
der PC den Boot-Vorgang des Systems fort. Schutz
bieten derartige Passwörter allenfalls vor wenig
versierten Anwendern oder vor Kleinkindern, die
durch Herumkrabbeln auf der Tastatur Schaden
anrichten könnten.
Allerdings stellen sie manchen Anwender vor das
Problem, den Rechner wieder in Gang zu bekommen,
wenn er das Passwort vergessen hat. Gerade diese
Vergesslichkeit hat dazu geführt, dass auf
zahlreichen Seiten im Internet Hilfestellungen
zum Knacken von BIOS-Passwörtern präsentiert
werden, sodass die beabsichtigte Schutzwirkung
kaum noch gegeben ist. So genannte Master-Passwörter
erlauben grundsätzlich den Zugang. Oft waren
die Board-Hersteller zu faul und haben das
Master-Passwort des BIOS-Herstellers übernommen.
Auf verschiedenen Websites sind gängige
Master-Passwörter in ganzen Listen verzeichnet.
Darüber hinaus gibt es noch diverse Tricks von
Tastenkombinationen beim Starten bis zum Eingriff
in die Hardware des Rechners.
Bei Notebooks sieht die Situation besser aus,
aber auch hier gibt es Tricks. Mit Master-Passwörtern
aber gehen die Notebook-Hersteller sehr
sorgfältig um: Wer sein Passwort vergessen
hat, kann unter Vorlage von Rechnung und
Lieferschein Hilfestellung anfordern.
"Gerade bei den Neuentwicklungen wie dem
Award-BIOS 6.0 ist es dennoch sehr schade, dass
die BIOS-Entwickler nichts aus der Misere gelernt
haben", meint c't-Redakteur Andreas Stiller.
"Bei dieser trügerischen Sicherheit wirken
Feature-Ankündigungen wie 'Multi-level password
protection' von Award eher scherzhaft als
vertrauensweckend."
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Andreas Stiller (c't-Redaktion)
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