c't-Speichertest mit niederschmetterndem Ergebnis
Speicher-Kauf ist Pechsache
Hannover, 24. August 2000 - Wer derzeit separat
Speicher kauft, tut das auf gut Glück, ist das
niederschmetternde Ergebnis eines Speicher-Tests
des Computermagazins c't in seiner aktuellen Ausgabe 18/2000.
Beim Praxistest in normalen PCs, wie sie der
Anwender zu Hause hat, liefen nur vier von 15
anonym gekauften Modulen ohne Beanstandungen.
Die übrigen elf Speicher sorgten mindestens für
Probleme bei der automatischen Erkennung des
Speicher-Timings oder fielen sogar beim
Speichertest mit Bitfehlern aus. "Die Ergebnisse
unserer Tests stellen selbst unsere schlimmsten
Befürchtungen in den Schatten", erklärt
c't-Redakteur Georg Schnurer. "Ein hilfsbereiter
und umtauschwilliger PC-Händler ist derzeit
wohl die beste Versicherung."
PC133-Speicher müssen über einen wesentlichen
Bestandteil verfügen, die so genannte
SPD-Spezifikation. SPD steht für "Serial
Presence Detect" und beschreibt einen kleinen
Baustein, der auf jedem PC100- und PC133-DIMM
vorhanden sein muss und dessen Inhalt genau
beschreibt, wie der PC die Speichermodule
behandeln soll. Sind die SPD-Angaben fehlerhaft
oder unvollständig, ist es reine Glückssache,
ob das Modul korrekt betrieben wird oder nicht.
Von den 15 anonym gekauften DIM-Modulen konnte
kein einziges mit einem vollständig fehlerfrei
programmierten SPD-Chip aufwarten. Manchmal
kann man noch von Hand nachbessern, manchmal
geht aber auch gar nichts. In einigen Fällen
arbeitet das System erst eine Weile, bis sich
der PC aufhängt.
Das Testfeld bestand aus 15 anonym gekauften
DIMMs und zusätzlich bei Markenherstellern
angeforderten Modulen. Wirklich überzeugen
konnte eigentlich nur das Speichermodul von
Infineon. Es hatte wie das von Crucial einen
kompletten und korrekten SPD-Chip und lief
als einziges Modul ohne Beanstandungen. Alle
anderen Hersteller - auch Transcend, Memory
Solution und Kingmax - haben ihre Hausaufgaben
nicht gemacht. Der Grund für die Misere liegt
allerdings nicht nur bei den Herstellern.
Sie arbeiten zumeist nach der vom Handel
und damit auch den Käufern diktierten Devise:
Billig muss es sein.
Ihr Ansprechpartner für Rückfragen
Georg Schnurer (c't-Redaktion)
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