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Spuren verwischen im Netz

Oder haben Sie nichts zu verbergen?

Titelbild der c't-Ausgabe 16/2000

Hannover, 28. Juli 2000 - Dann sind Sie sicherlich auch dafür, dass alle Badezimmerfenster offen bleiben, damit jeder sehen kann, was dahinter vorgeht. Aber im Ernst: Die Privatsphäre ist gesetzlich garantiert. Doch wer das Internet nutzt, setzt sich der Überwachung durch Datensammler aus. Wie man diesen die Tür vor der Nase zuschlagen kann, erklärt das Computermagazin c't in seiner aktuellen Ausgabe 16/2000.

Beim Surfen gibt es eine einfache, schnelle, aber leider auch stark eingeschränkte Möglichkeit, unbeobachtet zu bleiben. So genannte Anon-Proxies rufen die Daten stellvertretend für die Nutzer ab. Allerdings schützen sie weder vor der Neugier der Proxy-Betreiber noch vor professionellen Überwachern.

Unbeobachtbare E-Mail-Kommunikation kann beispielsweise bei Internet-Wahlen wichtig sein. Schon die Tatsache, dass jemand virtuell wählen will, geht niemanden etwas an. Die Teilnehmer verkehren keineswegs anonym miteinander, doch niemand, nicht einmal die Betreiber des Netzes, soll feststellen können, dass sie tatsächlich in Verbindung zueinander stehen.

Das Verfahren für unbeobachtete E-Mail ist alles andere als trivial: Der Nutzer schickt seine E-Mail an einen Remailer. Dieser entfernt alle Daten, die Rückschlüsse auf den Absender zulassen könnten, und schickt die Mail an einen anderen Remailer. Ganze Netze solcher Remailer helfen, alle Spuren zu verwischen. Echte Anonymität ist dabei nur gewährleistet, wenn bei keiner Instanz Sender- und Empfängerdaten zusammenlaufen. Anwender benötigen dafür grundlegende Kenntnisse über den E-Mail-Transport und etwas Know-How zu Verschlüsselungsmechanismen. Häufig muss spezielle Software installiert werden.

Wer nur gelegentlich eine anonymisierte E-Mail verschicken möchte, findet im World Wide Web mehrere Frontends, die für solche Belange ideal geeignet sind. Teilweise hat der Nutzer die Möglichkeit, direkt am Web-Frontend die Remailer-Kette individuell festzulegen. Um Missbrauch zu verhindern, bieten alle Remailer-Dienste die Möglichkeit, ihnen mitzuteilen, dass man künftig keine Mail mehr von ihnen bekommen möchte.

Bildmaterial: Das Titelbild der aktuellen c't-Ausgabe 16/2000 steht zum Download bereit unter http://www.heise.de/presseinfo/bilder/ct/00/ct162000.jpg

Ihr Ansprechpartner für Rückfragen

Axel Kossel (c't-Redaktion)
Telefon: 05 11/53 52-300
Fax: 05 11/53 52-417
E-Mail: ad@ct.heise.de



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