Unerkannt surfen trotz Datensammelwut der Server
Privatsphäre im Web möglich mit 'Privacy Proxies'
Hannover, 10. März 2000 - Surfer gehen häufig davon aus,
dass sie im World Wide Web anonym bleiben. Viele
Internet-Angebote und E-Commerce-Sites sammeln jedoch
zahlreiche Daten über ihre Besucher. Gegen übermäßige
Neugier helfen so genannte Privacy Proxies, die den Surfer
und seine Daten verschleiern, erklärt das Computermagazin
c't in seiner aktuellen Ausgabe 6/00.
Internet-Browser liefern den Servern in der
Standardkonfiguration eine Menge Informationen: IP-Nummer,
Browsertyp, zuvor besuchte Seite, Cookies und je nach Browser meist
über aktive Inhalte sogar E-Mail-Adresse und Name des
Benutzers. Auch verwendete Betriebssystemversion,
symbolische Adresse des Rechners, Windows-Name des Computers
und das Land des Internetzugangs werden mitgeteilt. Wenn der
Anwender Cookies zulässt, können alle seine Schritte auf einem
Server beobachtet werden. Über eingeblendete Werbebanner oder
Grafiken lassen sich Benutzer sogar über mehrere Sites hinweg
verfolgen.
Dass dabei ein gläserner Verbraucher entsteht und viele der hier
zu Lande geltenden Datenschutzrichtlinien missachtet werden,
spielt für diese Firmen keine Rolle. Abhilfe schaffen rigorose
Sicherheitseinstellungen, lokale Filter-Programme oder spezielle
Privacy Proxies. Das sind Zwischenstationen auf dem Weg ins
Web, die den Ursprung von Anfragen verschleiern und
verräterische Informationen tilgen. Dafür muss man zwar keinen
Administrationsaufwand betreiben, aber dem Dienstleister, der
solche Proxies bereitstellt, vertrauen.
Im Web stehen grundlegende Anonymisierungsdienste kostenlos
zur Verfügung. Beispiele dafür sind das US-Angebot
"Anonymizer" und der "Rewebber" unter www.rewebber.de.
Man tippt die gewünschte Internet-Adresse in ein Eingabefeld
und lässt den Proxy auf sie zugreifen. Der Rewebber
anonymisiert die Anfrage und tilgt alle Informationen über den
Surfer im HyperText Transfer Protocol. Nach Weiterleitung und
Empfang der Antwort prüft der Proxy wiederum den
Datenstrom und entfernt Elemente, die die Anonymität
gefährden können.
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Norbert Luckhardt (c't-Redaktion)
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