Windows 2000 auf dem c't-Prüfstand
Umstieg lohnt sich höchstens von Windows NT
Hannover, 9. Februar 2000 - Zahlreiche Schwierigkeiten beim
Installieren von Erweiterungen deuten an, dass bei Windows 2000 noch
einiges im Argen liegt, berichtet das Computermagazin c't in seiner
aktuellen Ausgabe 4/00. Seit Januar standen die endgültige deutsche
und englische Version in Installations- und Kompatibilitätstests sowie
Geschwindigkeitsvergleichen auf dem Prüfstand.
Microsoft hat Windows 2000 als NT-Nachfolger und Betriebssystem
für den geschäftlichen Einsatz angekündigt. Das auf
Sicherheit und Stabilität ausgerichtete System soll Fähigkeiten von
Windows 9x mit den Vorzügen der NT-Technik verbinden. Der
Preis von 800 Mark für die Vollversion unterstreicht deutlich,
dass es sich nicht um ein Betriebssystem für jedermann handelt.
Im Geschwindigkeitstest schneidet Windows 2000 gegenüber
den älteren Systemen mäßig ab. Offenbar reagiert das System,
das nahezu 700 MByte auf der Festplatte belegt, sensibel,
wenn ihm nicht genug Speicher zur Verfügung steht. Einige
Spezialfunktionen machen Windows 2000 durchaus interessant. Beispiele
dafür sind die Verschlüsselung im Dateisystem sowie Dateien
aus dem Netz, die offline bearbeitet und später vom System
selbstständig aktualisiert werden können. Zusammen mit der
nachgerüsteten USB- und DirectX-Unterstützung
machen sie lediglich für NT-Nutzer den Umstieg reizvoll.
Windows-9x-Anwender finden schließlich einen guten Teil der
Fähigkeiten schon in ihrem jetzigen System.
Der Wechsel kann selbst für NT-Umsteiger recht dornenreich sein.
Windows 2000 unterstützt zwar aktuelle Komponenten, für ältere
Geräte und zum Beispiel ISDN-Karten sucht man aber vergebens
nach passenden Treibern. Tadel haben die c't-Tester auch für das
renovierte Energie- und Konfigurationsmanagement namens ACPI. Es
vereitelte regelmäßig eine erfolgreiche Installation von Windows 2000.
Es scheint fast, als hätte das Produkt eine längere Reifezeit gebraucht.
"Da wünscht man sich NT zurück", berichtet c't-Redakteur Peter Siering.
"Das hat zwar weniger automatisch gemacht, aber man konnte dadurch
auch eher mal an der richtigen Stelle eingreifen."
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