c't testet PC-Systeme mit neuem Rambus-Speicherkonzept
Rambus bietet wenig Vorteile zu extrem hohem Preis
Hannover, 26. Januar 2000 - Intel hat mit der Einführung
des Direct Rambus ein im PC-Bereich völlig neues
Speicherkonzept eingeführt. Angesichts der immensen Kosten
fallen die Vorteile des neuen Speichersystems im Vergleich zu
herkömmlichen synchronen Speicherchips jedoch recht
bescheiden aus, berichtet das Computermagazin c't in seiner
aktuellen Ausgabe 3/00.
Die Steigerung der Taktraten und der Rechengeschwindigkeit
bei aktuellen Prozessoren hat dazu geführt, dass auch an sich
sehr schnelle Speicher nach PC100- oder PC133-Standard
moderne Prozessoren ausbremsen können. Die
Zugriffsgeschwindigkeit auf den Hauptspeicher spielt immer
noch eine wichtige Rolle bei der Leistungsfähigkeit eines
Computersystems. Unter Umständen kann ein Prozessor nicht
so schnell auf die Daten zugreifen, wie er sie verarbeiten kann,
und legt Zwangspausen ein statt zu rechnen.
Der neue Direct-Rambus-Speicher soll nun Computer
beschleunigen. Mit raffiniertem, patentiertem Konzept
bietet der Direct Rambus sehr hohe Übertragungsraten.
Die zusätzliche Komplexität, die dem Rambus eigen ist,
macht Handhabung und Ausbau des PC jedoch nicht leichter.
Für Anwender stellt sich die Frage, ob sich die erheblichen
Mehrausgaben lohnen. Denn das neue Speicherkonzept ist
extrem teuer. Wegen der aufwändigen Fertigung sowie der
hohen Investitionskosten der Chip- und Modulhersteller in
neue Herstellungs- und Prüfgeräte wird der Preisverfall für
den Direct Rambus noch auf sich warten lassen. Die altgedienten
PC100-Module stehen bei dem ganzen Wirbel um die neuen
Speicherchips gar nicht so schlecht da. "Den heute überall
preiswert erhältlichen Speicherriegeln wird noch ein längeres
Leben beschieden sein, als mancher Marketing-Stratege glauben
möchte", erklärt c't-Redakteur Christof Windeck.
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